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Was Weltmission ist und wieso sie auch heute wichtig ist, besprechen wir in diesem Bereich des Evangeliumsnetzes. Dieser Bereich wurde von Dr. Andreas Bartels, Campus für Christus, gestaltet. |
Der Glaube an die BücherMohammed soll einmal von dem Engel Gabriel gefragt worden sein, was der islamische Glaube beinhalte. Seine im Hadith überlieferte Antwort war: "Der Glaube ist, daß du an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten, den Jüngsten Tag und die göttliche Vorsehung, das heißt, daß Allah Gutes und Böses zuvor festgelegt hat, glaubst."
Für Muslime gehört es zu den sechs grundlegenden, absolutverbindlichen Glaubensverpflichtungen, an die Bücher zu glauben, dieAllah durch Seine Propheten zu den Menschen gesandt hat.
Islamische Theologen vertreten die Auffassung, daß Gott zu verschiedenenZeiten verschiedenen Völkern jeweils in ihrer Sprache eine heiligeSchrift habe zukommen lassen. Ursprünglich sei der Inhalt aller heiligenBücher im wesentlichen der gleiche gewesen, und jede spätereSchrift habe die vorherige bestätigt. Zugleich habe allerdings auchdie neuere Schrift jeweils die ältere ersetzt. - Manche Muslime reagierendeshalb erstaunt, wenn sie erfahren, daß zur Bibel der Christen außerdem Evangelium auch die älteren Schriften von Mose, David und anderengehören.
Der Sinn der Bücher besteht nach islamischem Verständnis darin,den Menschen den Weg der Rechtleitung zu zeigen und sie vor Irrwegen zuwarnen, damit sie im Diesseits und im Jenseits Glück und Wohlergehenerlangen (Ömer Öngut, Islam, Die Bestimmungen des Allmächtigen, S. 124) Welche heiligen Bücher gibt es?Der Koran erwähnt "Seiten" oder "Blätter" (Suhuf) Abrahams(Sure 87,19) und anderer Propheten, die allerdings alle nicht erhaltengeblieben sind und über deren Inhalt der Koran auch nichts Näheresmitteilt. Die Bücher, die im Koran genannt werden und denen nach muslimischenAussagen große Bedeutung zukommt, sind:
die von Gott offenbart wurden. Sie beziehen sich dabei oft auf Sure 2, 136: "Sprecht: Wir glauben an Gott und an das, was zu uns herabgesandt wurde, und an das, was herabgesandt wurde zu Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen, und an das, was Mose und Jesus zugekommen ist, und an das, was den (anderen) Propheten von ihrem Herrn zugekommen ist. Wir machen bei keinem von ihnen einen Unterschied. Und wir sind Ihm ergeben."
Verfälschung der SchriftenFragt man allerdings, ob sie also auch z.B. das Evangelium lesen, erhältman in der Regel die Antwort: "Wir glauben an alle Bücher in ihrerunverfälschten Urform. Alle Bücher außer dem Koran sindjedoch leider verfälscht worden. Deshalb lesen wir sie nicht. Im übrigenist alles Wesentliche im Koran enthalten."
Weitere Rückfragen, wer denn wann die anderen (biblischen!) Bücherverfälscht habe und welche geschichtlichen Belege es dafür gebe,werden zumeist nur sehr vage oder mit Hinweisen auf die Forschungen neuererchristlicher Theologen beantwortet (s. Artikel "Warum Muslime die Bibelfür verfälscht halten").
Von praktischer Bedeutung ist für Muslime also lediglich der Koran.(Für die Christen und Juden selber mögen jedoch - trotz allerangeblichen Verfälschungen - ihre jeweiligen Schriften in gewissemRahmen verbindlich bleiben. Das entscheidende Buch: der KoranNach islamischer Auffassung wurde der Koran dem Propheten Mohammeddurch den Engel Gabriel überbracht. Beginnend mit der Berufung Mohammedszum Propheten bis kurz vor seinem Tod übermittelte der Engel ihm zuden verschiedenen Offenbarungsanlässen jeweils einzelne Verse oderkurze Suren (Kapitel des Koran), die wortwörtlich mit einer im Himmelaufbewahrten Ur-schrift (Sure 43,2-4 und 85,21+22) übereinstimmen.Mohammed ließ die jeweils offenbarten Abschnitte von seinen Gefährtenaufschreiben und auswendiglernen. Nach seinem Tod wurde der Koran so inBuchform gebracht, wie es Mohammed kurz vorher angeordnet hatte. Die endgültigeFestlegung des Korantextes erfolgte durch den 3. Kalifen, Othman, im Jahre653, 21 Jahre nach Mohammeds Tod. (Tatsächlich scheint die Zusammenstellung und Überlieferungdes Korantextes allerdings komplizierter gewesen zu sein.)
Muslime sehen den Koran als Gottes endgültige Offenbarung, diealle anderen Bücher relativiert und korrigiert. Er ist nach ihrerMeinung völlig unverfälscht überliefert worden - und stelltnach Ausdrucksweise und Inhalt ein solches Wunder dar, daß niemandauch nur eine seiner kleinsten Suren nachahmen kann. Nur in seiner arabischenUrform ist er wirklich "der Koran"; Übersetzungen geben lediglichseinen ungefähren Sinn wieder.
Eine Untersuchung und Beurteilung des Koran mit Mitteln der Literatur-oder Geschichtswissenschaft ist deshalb für viele gläubige Muslimevöllig undenkbar und wird möglichst unterdrückt (vgl. dieProzesse gegen den Literaturprofessor Nasr Hamid Abu Zaid in Ägyptenseit 1993, der 1995 in die Niederlande fliehen mußte).
Der Koran stellt den Menschen in die Verantwortung vor Allah. Mit derAndrohung von Strafe und dem Versprechen von Belohnung wird angeordnet,was die islamische Gemeinschaft und in ihr der einzelne Muslim glaubenund tun sollen. Für den Islam ist der Koran vor allem die Hauptquellefür das islamische Recht - nicht ein "Brief" Gottes, der den Weg zurRettung von der Macht der Sünde und zur Gemeinschaft mit Gott zeigt.
Den Koran auswendigzulernen und Korantexte zu rezitieren gilt als sehrverdienstvoll.
Koranverse werden auch zur Herstellung von Amuletten und wunderwirkenden"Medizinen" benutzt. | ||||||||||||||||
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