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Minikurs Islam
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Weltmission


Was Weltmission ist und wieso sie auch heute wichtig ist, besprechen wir in diesem Bereich des Evangeliumsnetzes. Dieser Bereich wurde von Dr. Andreas Bartels, Campus für Christus, gestaltet.


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Das Opferfest



Das "Opferfest" (arab.: 'Id Al-Adha, türk.: Kurban Bayrami) wird auch "das Große Fest" genannt, da es im Vergleich mit dem "kleinen Fest" des Fastenbrechens als das bedeutendere gilt. Das Fest beginnt immer am 10. Tag des islamischen Monats Dhu l-Hidschdscha und dauert vier Tage. Da das islamische Jahr ein Mondjahr ist und nur 354 oder 355 Tage umfaßt, verschieben sich die Feste in bezug auf unsere Jahreseinteilung jedes Jahr um 10 oder 11 Tage nach rückwärts. Das Opferfest beginnt 1997 am 19. April, 1998 am 9. April und 1999 am 29. März.


Bestandteil der Pilgerfahrt



Die Opferung ist eines der Rituale während der Pilgerfahrt der Muslime nach Mekka. Im Tal von Mina bei Mekka werden dabei am festgesetzten Tag Hunderttausende von Tieren geschlachtet. Gleichzeitig wird dieses Opfer und das anschließende Fest auch von Muslimen in der ganzen Welt vollzogen. Gemäß der "Sunna" (der vorbildlichen Lebensweise des Propheten Mohammed) ist das Opfer verbindlich für jeden freien Muslim, der es sich leisten kann.

 

Geopfert wird meist ein männliches Schaf, möglich sind aber auch Ziegen, Kühe, Kamele. In der Regel schlachtet der Familienvater das Tier für seine ganze Familie. Die Tiere müssen fehlerfrei sein. Die Opferungshandlung wird nach einem festgesetzten Ritus vollzogen. Dabei wird das Opfertier mit dem Kopf Richtung Mekka gelegt. Der Vater oder derjenige, der an seiner Stelle schlachtet, spricht verschiedene Gebetsformeln, zerschneidet dann die Halsschlagader des Tieres und läßt es ausbluten. Ein Drittel des Fleisches verzehrt der Vater mit seiner Familie, zwei Drittel werden verschenkt - meist an ärmere Leute in der Umgebung.

 

Beim Schächten wird die Formel gesprochen: "Im Namen Gottes. Gott ist groß. Herr Gott, in deinem Namen, durch dich und für dich. Nimm es von mir an, wie du es von deinem Freund Abraham angenommen hast." Das Opferfest ist das "Fest Abrahams". Obwohl die Opfer auf

vorislamische Bräuche während der Pilgerfahrt zurückgehen, verbindet die islamische Überlieferung sie mit Abraham, der im Tal Mina seinen Sohn Ismael (nicht Isaak! - im Koran selbst wird allerdings gar kein Name erwähnt) auf den Befehl Gottes hin zu opfern bereit gewesen sein soll. Gott habe dann Ismael "mit einem großen Schlachtopfer" (Koran 37, 106 - hier ähnelt die koranische Darstellung dem biblischen Bericht) ausgelöst. Der Engel Gabriel bringt als Ersatz für das Menschenopfer einen Hammel als Opfertier.


Ausdruck der Hingabe



Welche Bedeutung verbinden Muslime mit dem Opfer? Im Koran wird betont, daß sich Abraham und sein Sohn "ergeben gezeigt" hätten (37, 103). Die Opferbereitschaft Abrahams und auch das Opfer der Muslime soll also Ausdruck der unbedingten Hingabe, des bedingungslosen Gehorsams des Menschen an Gott sein. Der Gläubige, der opfert, stellt damit sein ganzes Leben Gott zur Verfügung. "Wenn einer die Opfertiere Gott hochhält, ist es ein Ausdruck der Frömmigkeit des Herzens." (Koran 22, 32)

 

Denken Muslime bei ihrem Opfer auch daran, Gott damit gnädig zu stimmen? Kann man gar davon sprechen, daß das Opfertier stellvertretend für die Sünde des Menschen sterben muß? Gegen den Gedanken einer "Versöhnung" durch das Opfer spricht Sure 22,37, wo es von den Opfertieren heißt: "Weder ihr Fleisch noch ihr Blut erreichen Gott, aber Ihn erreicht eure Frömmigkeit". Im Opfer hofft der Muslim nicht etwa auf eine Stellvertretung für seine Sünden, sondern bringt symbolhaft Gott seine eigene Frömmigkeit dar. Der Gedanke, daß ein anderer stellvertretend für den Menschen die Strafe übernehmen und dadurch Versöhnung erwirken könne, wird im Koran und in der islamischen Überlieferung strikt abgelehnt (Sure 6,164).

 

Und doch scheint das Opfer einer jener Bestandteile im Islam zu sein, in dem das Licht der biblischen Wahrheit nicht ganz ausgelöscht werden konnte. Sure 37, 107 spricht davon, daß der Sohn Abrahams mit einem Schlachtopfer "ausgelöst" wurde. Ein Tier starb an seiner Statt. Opfer werden von vielen Muslimen auch nicht nur anläßlich des Opferfestes gebracht. Im Volksislam haben Tieropfer ihren Platz auch z.B. bei Hochzeiten oder Begräbnissen, zur Besiegelung der Versöhnung zwischen Menschen und als Schutz vor bösen Geistern. Vielfach spielt dabei doch der Gedanke mit, daß Tieropfer ein Mittel zur Reinigung von Schuld sein könnten.


Gelegenheit zum Zeugnis



So kann das Opferfest eine gute Gelegenheit sein, Muslime auf die Bedeutung der biblischen Opfer hinzuweisen: Die im Alten Testament von Gott seinem Volk gebotenen Opfer sind ein Hinweis darauf, daß zur Vergebung der Schuld und Erlösung von Sünde stellvertretend Leben gegeben werden muß. Ohne Blutvergießen keine Vergebung (Hebräer 9,22). So schwerwiegend ist unsere Verlorenheit, daß die Darbringung unserer "eigenen Frömmigkeit" niemals zur Sühne ausreichen kann.

 

Alle alttestamentlichen Opfer und unbewußt auch die Opfer der Religionen einschließlich des Islam weisen auf das eine große Opfer hin, durch das Gott selbst uns auslöst: das Sterben des sündlosen Sohnes Gottes, Jesus Christus. Er ist "Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt" (Johannes 1,29). Weil er ein für allemal (Hebräer 9,28) das für alle ausreichende Opfer gebracht hat, sind seitdem keine Tieropfer mehr nötig. Wer Tieropfer bringt, weist dadurch bewußt oder unbewußt das Versöhnungsangebot Gottes zurück.

 


 

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