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Minikurs Islam
(c) Orientdienst




Weltmission


Was Weltmission ist und wieso sie auch heute wichtig ist, besprechen wir in diesem Bereich des Evangeliumsnetzes. Dieser Bereich wurde von Dr. Andreas Bartels, Campus für Christus, gestaltet.


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Das Fasten



Das Fasten im Monat Ramadan gehört zu den "5 Säulen"des Islam. Es ist für jeden erwachsenen Muslim "unbedingt geboten".Allen, die das Fastengebot bewußt übertreten, wird Strafe angedroht- sofern sie nicht eine der im Koran genannten Ausnahmeregelungen fürsich in Anspruch nehmen können.

 

Das arabische Wort "sawm" hat die Grundbedeutung: "sich enthalten"- z.B. vom Reden, Essen, Trinken, Geschlechtsverkehr.

 

Schon vor dem Auftreten Mohammeds war auf der arabischen Halbinsel dasFasten als religiöse Praxis bekannt. Mohammed selber hat sich bereitsvor seiner Berufung zum "Propheten" zu Fasten und Meditation in die Wüstezurückgezogen.

 

Als Pflicht für die Muslime wurde das Fasten erst in Medina eingeführt.Dort kamen Mohammed und seine Anhänger in Kontakt mit Juden; Mohammedwar sehr interessiert an einem Bündnis mit ihnen gegen die Mekkaner.Um die Juden zu gewinnen, hielten er und die Muslime u.a. mit ihnen dasAschura-Fasten (das Fasten am Versöhnungstag - vgl. 3. Mose 16) ein.Die Juden ließen sich jedoch nicht für ein Bündnis gewinnen.Nach der Schlacht bei Badr, in der Mohammed einen entscheidenden Sieg überdie Mekkaner errungen hatte, brauchte er die Juden nicht mehr; das Fastenwurde nun bezogen auf die Herabsendung des Koran (Sure 2,185).


Der Fastenmonat Ramadan



In der 27. Nacht des Monats Ramadan (lailat al-qadr - "Nacht der Macht";vgl. Sure 97 und 44,3) soll Mohammed seine erste Offenbarung (Sure 96,1-5)durch den Engel Gabriel empfangen haben. So wurde der Monat Ramadan, der9. Monat des muslimischen Mondjahres, zur vorgeschriebenen Fastenzeit.

 

Das Fasten beginnt mit dem Tag, an dem die Mondsichel neu am Himmelerscheint; nach etwa 30 Tage, mit erneutem Sichtbarwerden der Mondsichel,ist der Fastenmonat zu Ende. Es folgt das Fest des Fastenbrechens (`idal-fitr, auch "kleines Fest" oder "Zucker-Fest" - Türkisch: SekerBeyram). - Da die Mondmonate kürzer sind als die Monate im Sonnenjahr,wandert der Ramadan in 34 Jahren einmal durch alle Jahreszeiten.


Fastenpraxis im Monat Ramadan



Die Grundlage für die islamische Fastenpraxis findet sich vorallem in Sure 2,183-187. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang (solangeman einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden kann - Sure2,187) müssen Muslime sich enthalten von Essen und Trinken und Geschlechtsverkehr;auch das Ausspülen des Mundes mit Wasser und das Rauchen, nach manchenTheologen sogar das Schlucken des Speichels sind verboten.

 

Damit das Fasten als gültig anerkannt wird, muß zu Beginneine Absichtserklärung zur Einhaltung des Fastens ausgesprochenwerden - wobei umstritten ist ob nur am Anfang des Fastenmonats oder täglich.

 

In der islamischen Welt hat das Fasten im Ramadan starke Auswirkungenauf den gesamten Tagesrhythmus. Tagsüber wird weniger gearbeitet;die Ämter schließen früher. Das Leben verlagert sich mehrin die Nächte, in denen ausgiebig gegessen und getrunken wird. (Inder Regel wird im Ramadan mehr Geld für Lebensmittel ausgegeben alsin anderen Monaten).

 

 


Ausnahmen und Ersatzleistungen



om Fasten entbunden sind Kinder, Kranke, Schwangere, Stillende, Greise,Schwerstarbeiter u.a., die durch das Fasten an Gesundheit und Leben Schadennehmen würden. Auch Reisende müssen nicht fasten. Den Frauenist während ihrer Periode ("Unreinheit") das Fasten verboten. - Erwachsenemüssen die entsprechende Anzahl von Tagen möglichst bald nachholen.Es wird allerdings auch die Möglichkeit eingeräumt, das Fastendurch die Speisung eines Bedürftigen (Sure 2, 184) u.ä. abzugelten.

 

Allah macht es niemandem zu schwer (Sure 2, 185). Wer jedoch das Fastenabsichtlich bricht, muß ein 60-tägiges Sühnefasten ableisten,einen Sklaven loskaufen oder große Almosen geben. Wer stirbt, währender noch eine gewisse Zeit fasten müßte, für den soll einnaher Verwandter das Fasten leisten.


Zusätzliche Fastenzeiten



Als Strafen für bestimmte Sünden können zusätzliche

Fastentage (Bußfasten) angeordnet werden (vgl. Sure 5,98). Für

Muslime, die besonders fromm sein oder schlechte Taten ausgleichen möchten,

gibt es die Möglichkeit, freiwillig zusätzliche  Fastenzeiten

auf sich zu nehmen; dies ist "wünschenswert" und gilt als verdienstliches

Werk. Empfohlen wird ein zusätzliches Fasten z.B. für den Aschura-Tag

oder für sechs Tage des Monats Shawwal, der auf den Ramadan folgt.

- An Feiertagen ist das Fasten jedoch verpönt, am Fest des Fastenbrechens

und am Opferfest ist es sogar verboten.

 


Erwartungen, die mit dem Fasten verbunden sind



Ein rein äußerliches Fasten reicht nicht. "Wenn jemand nichtunterläßt, das Falsche zu bezeugen und es zu tun, so liegt Gottnichts daran, daß er vom Essen und Trinken absteht." (Ha-dith) -Die Fastenzeit soll der religiösen Erneuerung dienen. Sie soll denMuslimen helfen, sich nicht zu sehr an die vergängliche Welt und diekörperlichen Bedürfnisse zu binden. Manche erwarten sich vomFasten eine Reinigung der Seele und Kraft, die Sünde zu besieegen.Im Ramadan werden zudem in besonderer Weise Koranrezitationen dargeboten,und man trifft sich zu nächtlichen Gebetszeiten (tara-wih) in denMoscheen.

 

Muslime hoffen, daß sie sich durch das Fasten große Verdiensteerwerben und daß es zur Tilgung ihrer Sünden dient. - Das bleibtallerdings eine vage Hoffnung. Denn Gott ist völlig frei in seinemRichten oder Vergeben.

 

Letztlich ist das Fasten schlicht eine Pflichterfüllung:Es wird gefastet, weil Gott es so will!


 

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