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|  Minikurs Islam
(c) Orientdienst
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Was Weltmission ist und wieso sie auch heute wichtig ist, besprechen wir in diesem Bereich des Evangeliumsnetzes. Dieser Bereich wurde von Dr. Andreas Bartels, Campus für Christus, gestaltet. 
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Der Mensch nach den Aussagen des Koran


Der Koran - wie auch die Bibel - spricht vom Menschen immer in seiner
Beziehung zu Gott. Der Mensch ist nicht ein Produkt des Zufalls, sondern
Geschöpf des Allmächtigen, dem er auch verantwortlich
ist. Alle Menschen stammen von einem gemeinsamen Elternpaar ab (Sure
49,13; 4,1) und sind deshalb vor Gott gleich.
Die Erschaffung des Menschen
Gott formte den Menschen aus Ton (15,26) und hauchte dann von Seinem
Geist in ihn hinein (15,29). Im Koran finden wir aber nirgends eine Aussage,
dass der Schöpfer durch dieses Anhauchen mit Seinem Geist dem Menschen
eine besondere Nähe zu Ihm selber verliehen oder eine persönliche
Beziehung zwischen Gott und Mensch hergestellt hat; dass der Mensch "nach
dem Bild Gottes" geschaffen worden sei, kommt im Koran nicht vor.
Das Urteil über den von Gott erschaffenen Menschen kann recht unterschiedlich
lauten. Einmal sagt Gott (95, 4): "Wir haben den Menschen in bester
Form erschaffen." Dann heißt es aber auch (4, 28): "Der Mensch
wurde schwach erschaffen" und (70, 19): "Der Mensch wurde ungeduldig
(oder: kleinmütig) erschaffen". In der Koran-Übersetzung von
A. Yusuf Ali wird dazu erklärend angemerkt (übersetzt aus dem
Englischen): "Nach Gottes Plan sollte der Mensch in der besten Verfassung
sein. Damit er seine hohe Bestimmung erfüllen könne, wurde ihm
jedoch in einem eingeschränkten Maß freier Wille gegeben. Der
falsche Gebrauch dieses freien Willens macht seine Natur schwach, voreilig
oder ... ungeduldig. Das geschieht durch die eigene Handlungsweise des
Menschen; es wird aber von ihm gesagt, er sei so erschaffen worden, weil
ihm diese Möglichkeiten bei seiner Erschaffung gegeben worden waren."
- Es bleibt unklar, ob der Mensch wirklich "gut" geschaffen worden ist.
Die hohe Stellung des Menschen
Der Mensch wird von Gott eingesetzt als Stellvertreter (Khalifa) -
als Herrscher über die Schöpfung an Stelle des Herrschers, Gott
selber (2,30). Die Engel sagen allerdings im Blick auf den Menschen zu
Gott (2, 30): "Willst Du auf ihr (der Erde) einen einsetzen, der auf ihr
Unheil stiftet und Blut vergießt..?" - Es erstaunt, dass sie von
vornherein dem Menschen nichts Besseres zutrauen. Gott korrigiert ihre
Aussage nicht, erklärt aber auch nicht, warum er dennoch dem Menschen
die Herrschaft über die Erde anvertraut. Gott befiehlt dann sogar
den Engeln, sich vor Adam (anbetend!) niederzuwerfen (2,34; 15,29)
- während im Islam sonst ausschließlich Gott angebetet werden
darf.
Adams Sündenfall
Auch der Koran kennt die Geschichte vom Sündenfall. Hier
spielt Iblis, der Satan, eine wichtige Rolle. Aus Überheblichkeit
widersetzt er sich als einziger dem Befehl Gottes, sich vor Adam niederzuwerfen.
Daraufhin wird er von Gott aus dem Paradies verwiesen, erbittet sich aber
Aufschub bis zum Tag des jüngsten Gerichts, um nun zu versuchen, die
Menschen ebenfalls abirren zu lassen - was ihm auch gelingen soll, außer
bei Gottes auserwählten Dienern (S 15, 34-40). Gott warnt die Menschen
vor diesem Versucher, sie lassen sich
aber betören und verführen (7, 22).
Nach dem Koran ist Adams Sünde ein Fehltritt (2, 36), nicht
Abfall von Gott und Zerstörung der Beziehung zu Ihm. Deshalb ist
die Folge auch nicht so schwerwiegend wie im biblischen Bericht: Statt
der Ankündigung: "... sonst werdet ihr sterben" (1. Mose 2,17) warnt
Gott den Menschen vor Satan: "Dass er euch nur nicht aus dem Paradies vertreibt
und dich unglücklich macht!" (20, 117) Durch die Sünde schadet
der Mensch nur sich selber: "Unser Herr, wir haben uns selbst Unrecht getan."
(7, 23)
Adam wird allerdings von Gott irgendwie wieder zurechtgebracht. "Hierauf
erwählte ihn sein Herr und er wandte sich ihm wieder zu und leitete
ihn recht" (20, 122) - ohne dass erwähnt wird, ob und in welcher Weise
Gott sich mit dem Problem der Sünde befasst. Weder scheint der Mensch
ein Knecht der Sünde geworden zu sein, so dass er Erlösung brauchte,
noch erscheint die Beziehung zu Gott als so gestört, dass Versöhnung
nötig wäre. Adam und Eva
werden zwar aus dem Paradies vertrieben, aber ihnen wird gesagt: "Wenn
dann von mir eine Rechtleitung zu euch kommt, dann haben diejenigen, die
meiner Rechtleitung folgen, nichts zu befürchten und sie werden nicht
traurig sein." (2, 38f) - Angesichts der Tatsache, dass der Islam den Gedanken
der "Erbsünde" vehement ablehnt, erstaunt es, wie pessimistisch der
Koran an vielen Stellen über den Menschen redet: Der Mensch ist ungerecht
und undankbar (14,34 u.ö.), voreilig (17,11), geizig (17,100), ungehorsam
(80,23), frevelhaft (96,6) und stürzt sich selbst ins Verderben (103,2).
Die Bestimmung des Menschen
Alle Menschen befinden sich in derselben Stellung vor Gott wie die
Stammeltern bei ihrer Erschaffung; trotz ihrer Schwäche haben sie
die Fähigkeit, ihre von Gott gewollte Bestimmung zu erfüllen:
"Und ich habe die Dschinn und Menschen nur dazu geschaffen, dass sie mir
dienen." (51,56) Der wahre Gottesdienst besteht im Befolgen der richtigen
Religion (30, 30): "Richte nun dein Antlitz auf die Religion als Anhänger
des reinen Glaubens! Das ist die natürliche Art, in der Gott die Menschen
erschaffen hat. Die Art und Weise, in der Gott (die Menschen) geschaffen
hat, kann nicht abgeändert werden. Das ist die richtige Religion."
Diese Urreligion (42,13) ist der Islam. Der Mensch ist also als Muslim
erschaffen worden; auch jedes Kind wird eigentlich als Muslim geboren und
erst durch seine Umgebung zu einem Anhänger einer der verfälschten
Religionsformen gemacht. Der Mensch steht immer zwischen der Gefährdung
durch die Versuchung Satans einerseits und dem gnädigen Angebot der
göttlichen Leitung andererseits (vgl. Bouman, Gott und Mensch im Koran,
S. 16).
Die Verantwortlichkeit des Menschen
An vielen Stellen betont der Koran, dass der Mensch für sein
ewiges Geschick selber verantwortlich ist. Da Gott den Menschen durch
die Gesandten die Rechtleitung zukommen ließ, ergibt sich aus der
Stellung zu ihnen das Schicksal bei der letzten Abrechnung (7, 35-37).
Wer Muslim ist, kann hoffen, ins Paradies eingelassen zu werden, vielleicht
auch noch einige von den "Leuten des Buches", auf keinen Fall aber die
Götzendiener, die Allah andere Götter zur Seite stellen. - Alle,
die sich von Satan haben irreführen lassen, werden am Tag des Gerichts
gefragt werden: "Habt ihr denn keinen Verstand gehabt?" (36, 62)
Andererseits klingen manche Koranverse aber so, als ob Gott gar nicht
alle Menschen auf den rechten Weg leiten wolle: "Und wenn dein Herr gewollt
hätte, hätte er die Menschen zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht.
Aber sie sind immer noch uneins, ausgenommen diejenigen, derer dein Herr
sich erbarmt hat. Dazu (d. h. damit sie uneins seien und von der Wahrheit
abirren) hat er sie (d. h. die Menschen) geschaffen. Und das Wort deines
Herrn ist in Erfüllung gegangen (das besagt): ,Ich werde wahrlich
die Hölle mit lauter Dschinn und Menschen anfüllen.'" (11,118+119
nach Paret; vgl. auch 32,12+14 und 7,179)
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