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Gemeinden und Kirchen Vorgestellt Hintergrundinfos, Menschen und Strukturen, Anfragen, Einschätzungen und Analysen |
Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland (BFeG)Wie verstehen sie sich?Die FeG´s wollen nach dem Vorbild des Neuen Testaments Gemeinden glaubender Christen sein. Nur wer an Jesus Christus glaubt, von ihm Vergebung seiner Schuld vor Gott empfangen hat und sich von ihm bestimmen läßt, kann Mitglied einer Gemeinde werden. Getauft wird duch Untertauchen auf das Bekenntnis des des persönlichen Glaubens hin, jedoch ist diese Taufe nicht Aufnahmebedingung in die Gemeinden, es wird akzeptiert, wenn Mitglieder ihre Säuglingstaufe als christliche Taufe annehmen. Die einzelnen Gemeinden sind selbständig und im Bund FeG zu einer "geistlichen Lebens- und Dienstgemeinschaft" zusammengeschlossen. Stichworte zur Geschichte:Erste Gemeindegründung 1854 in Wuppertal-Elberfeld-Barmen durch den Kaufmann Hermann Heinrich Grafe, dazu angeregt von der Freien evangelischen Gemeinde Lyon (Frankreich), 1841/42 Gründung des Bundes, 1874 aus 22 "Abendmahlsgemeinschaften" mit zum Teil reformiertem Einfluß, Seit 1887 Bundes-Verlag Witten, seit 1896 Diakoniewerk "Bethanien", seit 1904 Inlandmission, seit 1912 Theologisches Seminar in Ewersbach, seit 1937 Gemeinde- und Diakoniewerk "Stiftung ELIM", Hamburg, seit 1960 Bundeshaus Witten Im Internationalen Bund Freier evangelischer Gemeinden mit Sitz in Oslo gibt es in 21 Ländern in Europa, Amerika und Asien 28 Gemeindebünde mit knapp 400000 Mitgliedern, 4000 vollzeitlichen Pastoren und 1000 Missionaren in allen fünf Erdteilen. Größe:400 Ortsgemeinden, 300 Zweiggemeinden, 30000 erwachsene Mitglieder, 330 Pastoren, etwa 150 Missionare. Aus der Selbstdarstellung der Geschichte des Bundes FeG zitieren wir:"Ein sechzehnjähriger Kaufmannslehrling fing an, ganz bewußt an Jesus Christus zu glauben. Es war Hermann Heinrich Grafe, der von 1818 bis 1869 lebte. Mit 25 Jahren zog er nach Elberfeld (heute Wuppertal). Vorher lebte er zwei Jahre in der französischen Seidenstadt Lyon, in der er eine unabhängige evangelische Gemeinde kennenlernte. Sie bestand ausschließlich aus Menschen, die ein bewußtes Leben mit Jesus Christus führten. Um Mitglied zu werden, mußte man persönlich "Jesus als seinen Herrn bekennen und entsprechend leben", wie es hieß. Dieses an der Bibel ausgerichtete Gemeindemodell überzeugte Hermann Heinrich Grafe, denn im Neuen Testament besteht Gemeinde ausschließlich aus solchen Menschen, die Jesus Christus ein persönliches "Ja" gegeben haben.
Nun stellt sich vielleicht die Frage, warum Grafe erst ins Ausland ziehen mußte, um eine solche Gemeinde kennenzulernen. In Deutschland bestimmte seit der Reformation der Landesherr den Glauben seiner Untertanen. Deshalb gab es außerhalb der Staats- und Landeskirchen keine Gemeinden. Versuche, diese zu gründen, wurden unterdrückt. Das wurde erst anders, als sich nach der Deutschen Revolution 1848 die meisten deutschen Länder eine Verfassung gaben. So konnten um 1850 verschiedene evangelische Freikirchen in Deutschland entstehen. Grafe setzte sich zunächst mit anderen Freikirchen in Verbindung. Es war und blieb ihm jedoch wichtig, daß der bewußte Glaube an Jesus die einzige Bedingung zur Gemeindemitgliedschaft ist. 1850 gründete er zunächst den "Evangelischen Brüderverein". Mit vertreten waren Männer aus verschiedenen Berufen, meistens ohne theologische Ausbildung. Sie waren bereit, von ihrem Glauben zu berichten und in Dörfern und wachsenden Industriestädten Menschen zum Glauben einzuladen. Diese Männer gründeten zunächst keine eigenen Gemeinden, sondern bildeten eine überkonfessionelle Arbeitsgemeinschaft von Christen verschiedener Benennungen.
Grafe übernahm die Leitung der ersten Freien evangelischen Gemeinde in Wuppertal, sein Schwager Heinrich Neviandt wurde ihr erster Pastor. Am 30. September / 1. Oktober 1874 schlossen sich in Elberfeld zweiundzwanzig "Abendmahlsgemeinschaften" zum Bund Freier evangelischer Gemeinden zusammen. Diese Gemeinschaften waren ähnlich entstanden wie die Gemeinde in Elberfeld-Barmen.
Und noch ein paar Daten und Namen, die für die Entwicklung Freier evangelischer Gemeinden wichtig waren:
Im Juli 1887 berief ein kleiner Kreis von Christen in Witten Friedrich Fries (1856-1926) als Pastor. Er gründete in Witten und in Nachbarstädten Gemeinden und rief den Bundes-Verlag und das Diakonische Werk "Bethanien" in Solingen ins Leben. Beide Institutionen gibt es noch heute.
Fries' Mitarbeiter Konrad Bussemer (1874-1944) war jahrzehntelang Lehrer am damaligen Predigerseminar des Bundes. Er wurde einer der wichtigsten Theologen der Freien Evangelischen Gemeinden in der damaligen Zeit.
Otto Schopf (1870-1913) wurde der Nachfolger von Friedrich Fries. Als Pastor der Freien evangelischen Gemeinde in Witten gilt er als der eigentliche Nachfolger Grafes. Schopf gab den Anstoß, ein eigenes Predigerseminar zu gründen. Das wurde in Wuppertal-Vohwinkel errichtet, 1946 nach Dietzhölztal-Ewersbach verlegt und stand über zwanzig Jahre unter dem Rektorat von Walter Quiering (1898-1977). Schopf gründete 1904 auch die Inlandmission des Bundes, um Menschen in Deutschland den christlichen Glauben nahezubringen.
Seitdem sind viele neue Gemeinden dazugekommen, wie die in Hamburg, die eine eigene vom Bund Freier evangelischer Gemeinden unabhängige Geschichte hat und 1934 schon aus ca. 30 Ortsgemeinden im norddeutschen Raum bestand.
Inzwischen gibt heute es rund 400 Gemeinden im gesamten Bundesgebiet.
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