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Dienstag: Menschen, die mir beistehen und denen ich beistehe
Neben der Vergebung ist die tätige Hilfe eines der wesentlichen Merkmale der christlichen Gemeinde. Wo jemand Hilfe benötigt, werden Christen ihr Bestes tun, diese Hilfe zu geben. Hören wir einmal auf die Worte der Bibel zu diesem Thema. "Höret des HERRN Wort, ihr Herren von Sodom! Nimm zu Ohren die Weisung unsres Gottes, du Volk von Gomorra! 11 Was soll mir die Menge eurer Opfer? spricht der HERR. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke. 12 Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir - wer fordert denn von euch, daß ihr meinen Vorhof zertretet? 13 Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Greuel! bNeumonde und Sabbate, wenn ihr zusammenkommt, Frevel und Festversammlung mag ich nicht! 14 Meine Seele ist feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin's müde, sie zu tragen. 15 Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut. 16 Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, laßt ab vom Bösen! 17 Lernet Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schaffet den Waisen Recht, führet der Witwen Sache!" (Jesaja 1, 10ff) "Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? 30 Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen. 31 Es traf sich aber, daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. 32 Desgleichen auch ein Levit: als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. 33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; 34 und er ging zu ihm, goß Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. 35 Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme. 36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war? 37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!" (Lukas 10, 29 ff)
Es geht Gott nicht zuerst darum, daß wir schöne Gebete verrichten, schöne Gottesdienste feiern, uns salbungsvoll benehmen oder in schwarzen Kutten kleiden. Es geht ihm darum, daß wir einander herzlich lieben und daß wir denen, die Hilfe brauchen, beistehn. Die Geschichte vom barmherzigen Samariter ist symptomatisch für christliche Gemeinden aller Zeiten. Wir finden es leicht, religiöse Verhaltensweisen an den Tag zu legen. Aber wir haben es schwer, wenn wir wirklich helfen und wirklich vergeben sollen. Es ist so leicht, am Sonntag in den Gottesdienst zu gehen. Es ist schwerer, die ganze Nacht bei einem Kranken zu wachen, es ist schwerer, denen zu helfen, die keine Eltern mehr haben und in Einsamkeit leben. Es braucht Geduld und Leidensbereitschaft, mit Aggressionen und Gewalt umzugehen, die es inmitten unserer zivilisierten Gesellschaft gibt und in sehr verbitterter Weise in vielen Ländern dieser Erde. Christen können nicht die Aufgaben vergessen, die Gott ihnen gegeben hat. Sie müssen darum ringen, daß einzelnen und ganzen Gruppen oder Völkern geholfen wird. Der heilige Geist und Gottes starker Arm treibt uns hin zu einer Heilung des Gewissens und der menschlichen Seele, die sich in voller reiner Barmherzigkeit in Wort und Tat äußert.
Gemeinde ist die Gemeinschaft von Menschen, denen von anderen geholfen wird und die anderen helfen. Gemeinde ist Gemeinschaft von Barmherzigen, die alles daransetzen, daß die Hilflosen Hilfe erfahren. Gemeinde ist die Gemeinschaft von Menschen, die nicht satt und selbstzufrieden sind, sondern die mit einem wachen Herzen und scharfen Augen das Leid um sie herum sehen und anfassen. | ||||||
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