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Evangelium.de > lesen & informieren > Geschichte des Glaubens > Anfänge: 4-70 n.Chr. > Paulus wird Christ 33-45 n.Chr. >


Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

 


Geschichte des Glaubens
->Anfänge: 4-70 n.Chr.
   Wie der Glaube begann 30-33 n.Chr.
   Die junge christliche Kirche
   Stephanus und Verfolgungen
 ->Paulus wird Christ 33-45 n.Chr.
   Christentum in die Türkei und nach Griechenland
   Paulusbriefe 50-70 n.Chr.
   Jerusalemer Konzil 50 n.Chr.
   Gewißheit - Frühe Quellen des 1. Jh. n.Chr.
   Zerstörung des Tempels
  Untergrundkirche: 70-312 n.Chr.
  Versuchung der Macht: 313-590 n.Chr.
  Bekehrung Europas: 590-1054 n.Chr.
  Kreuzzüge bis Renaissance: 1054-1517 n.Chr.
  Reformation: 1517-1648 n.Chr.
  Aufklärung und Erweckung 1648-1776 n.Chr.
  Industrielle Revolution 1776-1914 n.Chr.
  Moderne Gesellschaft 1914 n.Chr. - heute
 

Paulus wird Christ: der erste internationale Missionar ca. 33-45 n.Chr.

Wie wird man Christ? Man begegnet Jesus Christus uns folgt ihm nach. Bei den Menschen der Generation Jesu war dies ganz real zu finden: viele hatten ja Jesus persönlich gesehen. Aber schon die erste Generation nach Jesus mußte auf diese leibliche Begegnung verzichten. Bis auf wenige Ausnahmen kommt der Glaube aus dem weitergegebenen Wort von Jesus.

Bei "Saulus", der später Paulus genannt wurde, war dies anders. Seine Bekehrung zum christlichen Glauben kam durch eine Begegnung mit dem auferstandenen Jesus selbst. Hören wir uns das im Original an, wie es in der Apostelgeschichte beschrieben wird:

Paulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester 2 und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, wenn er sie dort fände, gefesselt nach Jerusalem führe. 3 Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; 4 und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? 5 Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. 6 Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst. 7 Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen sprachlos da; denn sie hörten zwar die Stimme, aber sahen niemanden. 8 Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen aufschlug, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus; 9 und er konnte drei Tage nicht sehen und aß nicht und trank nicht.

10 Es war aber ein Jünger in Damaskus mit Namen Hananias; dem erschien der Herr und sprach: Hananias! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. 11 Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und geh in die Straße, die die Gerade heißt, und frage in dem Haus des Judas nach einem Mann mit Namen Saulus von Tarsus. Denn siehe, er betet 12 und hat in einer Erscheinung einen Mann gesehen mit Namen Hananias, der zu ihm hereinkam und die Hand auf ihn legte, damit er wieder sehend werde. 13 Hananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört über diesen Mann, wieviel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat; 14 und hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle gefangenzunehmen, die deinen Namen anrufen. 15 Doch der Herr sprach zu ihm: Geh nur hin; denn dieser ist mein auserwähltes Werkzeug, daß er meinen Namen trage vor Heiden und vor Könige und vor das Volk Israel. 16 Ich will ihm zeigen, wieviel er leiden muß um meines Namens willen. 17 Und Hananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist, daß du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllt werdest. 18 Und sogleich fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er wurde wieder sehend; und er stand auf, ließ sich taufen 19 und nahm Speise zu sich und stärkte sich.

19 Saulus blieb aber einige Tage bei den Jüngern in Damaskus. 20 Und alsbald predigte er in den Synagogen von Jesus, daß dieser Gottes Sohn sei. 21 Alle aber, die es hörten, entsetzten sich und sprachen: Ist das nicht der, ader in Jerusalem alle vernichten wollte, die diesen Namen anrufen, und ist er nicht deshalb hierhergekommen, daß er sie gefesselt zu den Hohenpriestern führe? 22 Saulus aber gewann immer mehr an Kraft und trieb die Juden in die Enge, die in Damaskus wohnten, und bewies, daß Jesus der Christus ist. 23 Nach mehreren Tagen aber hielten die Juden Rat und beschlossen, ihn zu töten. 24 Aber es wurde Saulus bekannt, daß sie ihm nachstellten. Sie bewachten Tag und Nacht auch die Tore, um ihn zu töten. 25 Da nahmen ihn seine Jünger bei Nacht und ließen ihn in einem Korb die Mauer hinab. (Apg 9, 1ff)

Die Bekehrung des Paulus ist von modernen kritischen Theologen in unterschiedlichster Richtung gedeutet worden. Was hat sich da bei ihm ereignet? Welche psychischen Prozesse sind für die "Vision" und die "Stimmen" verantwortlich? Daß wirklich Gott in übernatürlicher Weise zu Saul gesprochen haben könnte, liegt für viele außerhalb ihrer Denkmöglichkeiten.

Mir sticht an der Bekehrung des Saulus in erster Linie das kraftvolle Erbarmen Jesu mit einem seiner schärfsten Gegner ins Auge. Jesus erkennt und kennt den unbändigen Willen in Paulus, Gott zu dienen. So holt er ihn mit diesem Eingreifen auf der Straße nach Damaskus aus einer Einbahnstraße der Christenverfolgung heraus und setzt ihn auf einen segensreichen Weg: er ruft ihn zu sich und stattet ihn umgehend mit einer weitreichenden verantwortlichen Aufgabe aus, vor vielen Menschen Jesus als den Lebendigen zu bezeugen.


   

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