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Evangelium.de > lesen & informieren > Geschichte des Glaubens > Untergrundkirche: 70-312 n.Chr. > persönliche Geschichte >


Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

 


Geschichte des Glaubens
  Anfänge: 4-70 n.Chr.
->Untergrundkirche: 70-312 n.Chr.
   Neue Religion im röm. Reich 50-100
   Die Evangelien 30-100 n.Chr.
   Gottesdienst und Leitung in der Kirche
   Verfolgungen und Märtyrer 50 - 313
 ->persönliche Geschichte
   Frühe Verteidigung (Apologie) 100-300 n.Chr.
   Die Kirche entwickelt sich 250-300
   Die großen Christenverfolgungen 249-304
   Teil der Geschichte bis heute
  Versuchung der Macht: 313-590 n.Chr.
  Bekehrung Europas: 590-1054 n.Chr.
  Kreuzzüge bis Renaissance: 1054-1517 n.Chr.
  Reformation: 1517-1648 n.Chr.
  Aufklärung und Erweckung 1648-1776 n.Chr.
  Industrielle Revolution 1776-1914 n.Chr.
  Moderne Gesellschaft 1914 n.Chr. - heute
 

Was bringt mir die Geschichte des Christentums persönlich?

Geschichte ... manche Leute interessiert das brennend, andere winken eher dankend ab. Was interessiert es mich, was vor 10, 150, 500 oder 1900 Jahren passiert ist? Was bringt es mir persönlich? Was soll daran spannend sein?

Man kann diese Frage nach der Geschichte auf ganz verschiedenen Ebenen angehen. Eine Zeitreise kann sehr faszinierend sein. Stellen Sie sich vor, sie stehen plötzlich neben Martin Luther 1520, als er verkleidet von einigen Rittern auf einer Burg versteckt wird. Es gibt keinen Strom, keine ausgebauten Straßen, kein fließend Wasser. Oder stellen Sie sich vor, sie sind im Rom des 1. Jahrhunderts - geprägt vom blendenden Kaiserkult. Eine Weltstadt mit ausgeklügeltem Verkehrssystem, mit Aquadukten und fliessendem Wasser für die Reichen, tausenden von Sklaven und viel Militär.

Geschichte kann uns ein Bild davon geben, wie wir mit unserer Gesellschaft heute das geworden sind, was wir täglich erleben. Ohne die Geschichte ist es kaum verstehbar, kaum in seiner ganzen Tiefe erlebbar. Geschichte spricht dann also unseren Verstand genauso an wie unser Gefühl, unser Erleben.

Geschichte wird Ihre Wirklichkeit verändern. Wenn Sie die von verschiedenen "christlichen" Sichtweisen geprägte Geschichte der Gothik, Renaissance und Aufklärung kennenlernen, dann leben Sie plötzlich mitten in den architektonischen Ideen, die Sie in den Kirchen unserer Städte realisiert finden. Gothische Hallenkirchen entstanden seit 1100 und lösten den romanischen Stil ab. In einer Mischung aus durchaus ernstzunehmendem christlichen Glauben und recht unchristlichem Stolz haben sich hier Städte und Fürsten ein Denkmal in architektonischer Form gesetzt und "ihre" Kirche gebaut. Gleichzeitig symbolisieren diese Kirchen viel von dem Gott, der darin angebetet wird.

Kennt man die Geschichte von Lebensweisen, Gedanken, Überzeugungen und Lehren, so hat das noch eine Reihe weiterer Konsequenzen. Wer die verschiedenen theologischen Schulen der Vergangenheit kennt, wird nicht so schnell auf die ein oder andere Irrlehre heute hereinfallen. Viele "neue" Überzeugungen gehen schon auf Augustinus zurück. Viele zwischen Freikirchen und Landeskirchen strittige Fragen waren schon 400 nach Christus strittig. Wie eng soll und darf Kirche mit Macht verknüpft sein? Schon um 320 n.Chr., als die langsam erwachsen werdende christliche Kirche im römischen Reich gerade offiziell zugelassen war, begannen erste Gegenbewegungen gegen die Verweltlichung der Kirche (siehe Pachomius 290-346): überzeugte Christen zogen sich in Klöster zurück, um dort Leben, Glauben und Arbeiten zu teilen und Gott ungeteilt folgen zu können. St. Martin von Tours (ca 397) und Benedikt von Nursia (480-547) machten diese Art des gelebten Glaubens populär, während die Kirche gleichzeitig mehr und mehr mit dem römischen Staat verquickt wurde.

Viele moderne Häresien (Irrlehren), die man unter Extremisten findet, sind schon in den ersten Jahrhunderten aufgetreten und in einem langen Diskussionsprozess von der Kirche als irreführend erkannt und herausgestellt worden. "Jesus - nur ein Mensch?" "Jesus muss man geistlich Interpretieren, sein Körper ist gestorben, sein Geist lebt? " Diese Irrlehren, welche die moderne kritische Theologie wiederentdeckt hat, sind schon von 100 bis 400 nach Christus aktuell gewesen. Dazu werden wir noch einige Details hören in den weiteren Teilen unserer Serie.


   

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