
Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

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Die großen Konzilien im 4. und 5. Jahrhundert nach Christus
Die Zeit des vierten und fünften Jahrhunderts nach Christus
war für die Kirche einerseits eine Zeit der Blüte und
des starken Wachstums. Andererseits war es auch eine Zeit
der inneren Klärung und vieler Auseinandersetzungen. In
einer Reihe von "großen" Konzilien wurden wichtige Grundfragen
des Glaubens geklärt bzw. auf biblischem Fundament
festgeklopft.
Wir haben schon das erste Konzil besprochen, welches die
Irrlehren des Arius aufgreift und den Glauben in Jesus
Christus als Sohn Gottes, "wahrer Gott von wahrem Gott"
bekennt. Die orthodoxe Position wurde von Athanasius und
nach seinem Tod 373 n.Chr. von Basil dem Großen, Gregor von
Nyssa und Gregor von Nazianzus vertreten
(auch bekannt als die "Kappadozischen Väter"). Gregor von
Nazianzus (329-389 n.Chr.) machte den Unterschied
zwischen "Substanz" und "Person" und sah Jesus als eins
in der Substanz mit Gott, dem Vater, aber in zwei Personen.
Die Lehre des Arius hatte weiterhin Anhänger. So berief Kaiser
Theodosius im Jahr 381 ein weiteres Konzil in Konstantinopel
ein, welches das Glaubensbekenntnis von Nicea bestätigte.
Es fügte einige Passagen über den
heiligen Geist hinzu. Da heißt es:
"wir glauben an den heiligen Geist, den Herrn und Lebensspender,
der vom Vater kommt, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet
und geehrt wird." Doch die Frage des Arianismus wurde nicht
vollständig gelöst - die Lehre lebte weiter bei den Gothen
und anderen germanischen Stämmen.
Der Arianismus war nicht die einzige Irrlehre, mit der die
christliche Kirche sich beschäftigen mußte. Viele Theologen
kämpften damit, ihr Verständnis von dem Geheimnis Gottes
in Vater, Sohn und heiligem Geist zu verbessern und entfernten
sich dabei von orthodoxen Sichtweisen. Die Debatte vollzog
sich in der Regel zwischen zwei Extremen. Die einen beschworen
die Menschlichkeit Jesu, die anderen seine Göttlichkeit. Ein
Prister namens Nestorius vertrat auf dem Konzil von Ephesus
451 n.Chr. sogar die Lehre, in Jesus gäbe es zwei Personen -
im Unterschied zur orthodoxen Sichtweise, daß Jesus einer
gewesen ist, gleichzeitig Gott und Mensch. Das Konzil
verdammte die Lehren von Nestorius und er ging ins Exil nach
Ägypten.
Zwanzig Jahre später gab es einen ähnlichen Anlaß für Kaiser
Marcius das Konzil on Chalcedon einzuberufen. Der
Priester Eutyches leugnete die zwei Naturen Jesu und
vertrat mit Schwerpunkt seine göttliche Natur.
Papst Leo, der Bishof von
Rom, sandte einen Brief an dieses Konzil, welches zwei
gleichberechtigte Naturen, menschlich und göttlich, in Jesus
Christus vertrat. Ein zeitgenössischer Bericht beschreibt,
daß die Bishöfe auf die Füße sprangen und ausriefen:
"Petrus hat durch Leo gesprochen."
Die Konzilien bilden bis heute wichtige Meilensteine für das
Verständnis der Rolle Jesu in der Weltgeschichte. "Gott wird
Mensch" - wie soll das gehen? Wenn Jesus wirklich Gottes Sohn
ist, wie haben wir uns dann seine Göttlichkeit vorzustellen?
Kann er dann eigentlich voll und ganz Mensch sein? Die Kirche
hat in jahrhundertelangem Ringen die Evangelien und Briefe
des neuen Testaments ausgelegt und sich zu ihnen bekannt. Jesus,
der Sohn Gottes, lebt als Mensch unter Menschen, stirbt am
Kreuz und befreit von Schuld. Gott selbst sucht einen Weg zu
seinen Geschöpfen und kommt ihnen nahe.

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