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Evangelium.de > lesen & informieren > Geschichte des Glaubens > Versuchung der Macht: 313-590 n.Chr. > Die großen Konzilien des 4.+5. Jh. >


Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

 


Geschichte des Glaubens
  Anfänge: 4-70 n.Chr.
  Untergrundkirche: 70-312 n.Chr.
->Versuchung der Macht: 313-590 n.Chr.
   Durchbruch zur Staatsreligion 313
   Gott und meine persönliche Geschichte
   Weltgeschichte und Leben
   Christ werden - persönliche Meilensteine
   Toleranz und Bekenntnis
   Gnostiker - ein Überblick
   Konzil von Nicea 325 und Glaubensbekenntnisse
 ->Die großen Konzilien des 4.+5. Jh.
   Kirche an der Macht
   Entwicklung des Mönchtums
   Augustinus und die Gnade 354-430
   Barbaren und der Untergang Roms 4.+5.Jh
   Das Byzantinische Reich 500-1453
   Jesus und die Kirche
   Zeit der Mission 4.-6. Jh. n.Chr.
  Bekehrung Europas: 590-1054 n.Chr.
  Kreuzzüge bis Renaissance: 1054-1517 n.Chr.
  Reformation: 1517-1648 n.Chr.
  Aufklärung und Erweckung 1648-1776 n.Chr.
  Industrielle Revolution 1776-1914 n.Chr.
  Moderne Gesellschaft 1914 n.Chr. - heute
 

Die großen Konzilien im 4. und 5. Jahrhundert nach Christus

Die Zeit des vierten und fünften Jahrhunderts nach Christus war für die Kirche einerseits eine Zeit der Blüte und des starken Wachstums. Andererseits war es auch eine Zeit der inneren Klärung und vieler Auseinandersetzungen. In einer Reihe von "großen" Konzilien wurden wichtige Grundfragen des Glaubens geklärt bzw. auf biblischem Fundament festgeklopft.

Wir haben schon das erste Konzil besprochen, welches die Irrlehren des Arius aufgreift und den Glauben in Jesus Christus als Sohn Gottes, "wahrer Gott von wahrem Gott" bekennt. Die orthodoxe Position wurde von Athanasius und nach seinem Tod 373 n.Chr. von Basil dem Großen, Gregor von Nyssa und Gregor von Nazianzus vertreten (auch bekannt als die "Kappadozischen Väter"). Gregor von Nazianzus (329-389 n.Chr.) machte den Unterschied zwischen "Substanz" und "Person" und sah Jesus als eins in der Substanz mit Gott, dem Vater, aber in zwei Personen.

Die Lehre des Arius hatte weiterhin Anhänger. So berief Kaiser Theodosius im Jahr 381 ein weiteres Konzil in Konstantinopel ein, welches das Glaubensbekenntnis von Nicea bestätigte. Es fügte einige Passagen über den heiligen Geist hinzu. Da heißt es: "wir glauben an den heiligen Geist, den Herrn und Lebensspender, der vom Vater kommt, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und geehrt wird." Doch die Frage des Arianismus wurde nicht vollständig gelöst - die Lehre lebte weiter bei den Gothen und anderen germanischen Stämmen.

Der Arianismus war nicht die einzige Irrlehre, mit der die christliche Kirche sich beschäftigen mußte. Viele Theologen kämpften damit, ihr Verständnis von dem Geheimnis Gottes in Vater, Sohn und heiligem Geist zu verbessern und entfernten sich dabei von orthodoxen Sichtweisen. Die Debatte vollzog sich in der Regel zwischen zwei Extremen. Die einen beschworen die Menschlichkeit Jesu, die anderen seine Göttlichkeit. Ein Prister namens Nestorius vertrat auf dem Konzil von Ephesus 451 n.Chr. sogar die Lehre, in Jesus gäbe es zwei Personen - im Unterschied zur orthodoxen Sichtweise, daß Jesus einer gewesen ist, gleichzeitig Gott und Mensch. Das Konzil verdammte die Lehren von Nestorius und er ging ins Exil nach Ägypten.

Zwanzig Jahre später gab es einen ähnlichen Anlaß für Kaiser Marcius das Konzil on Chalcedon einzuberufen. Der Priester Eutyches leugnete die zwei Naturen Jesu und vertrat mit Schwerpunkt seine göttliche Natur. Papst Leo, der Bishof von Rom, sandte einen Brief an dieses Konzil, welches zwei gleichberechtigte Naturen, menschlich und göttlich, in Jesus Christus vertrat. Ein zeitgenössischer Bericht beschreibt, daß die Bishöfe auf die Füße sprangen und ausriefen: "Petrus hat durch Leo gesprochen."

Die Konzilien bilden bis heute wichtige Meilensteine für das Verständnis der Rolle Jesu in der Weltgeschichte. "Gott wird Mensch" - wie soll das gehen? Wenn Jesus wirklich Gottes Sohn ist, wie haben wir uns dann seine Göttlichkeit vorzustellen? Kann er dann eigentlich voll und ganz Mensch sein? Die Kirche hat in jahrhundertelangem Ringen die Evangelien und Briefe des neuen Testaments ausgelegt und sich zu ihnen bekannt. Jesus, der Sohn Gottes, lebt als Mensch unter Menschen, stirbt am Kreuz und befreit von Schuld. Gott selbst sucht einen Weg zu seinen Geschöpfen und kommt ihnen nahe.


   

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