
Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

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Das Konzil von Nicea 325 n.Chr. und die Rolle der Glaubensbekenntnisse
Im Jahr 319 n.Chr. bedrohte ein ernsthaftes Problem die
gerade breit anerkannte christliche Kirche. In Alexandrien,
Ägypten, gab es einen libyschen Presbyter und Priester,
der eine neue Lehre lehrte, welche dem orthodoxen Glauben
widersprach. Dies führte zu einer großen Kriese des
Glaubens und mit ihr zu dem ersten großen Konzil der
christlichen Kirche, welches von Konstantin 325 n.Chr.
in Nicea (Iznik in der Türkei) abgehalten wurde.
Arius (256-336) lehrte, daß Jesus Christus vom Vater
gezeugt sei und einen Anfang in seiner Existenz hatte.
Er leugnete den göttlichen Ursprung von Jesus,
so wie ihn die Kirche traditionell sah, und argumentierte,
Gott habe Jesus geschaffen wie andere Lebewesen der
Schöpfung auch. Der Bishof von Alexandrien versuchte
den Priester mit seinen subversiven Lehren zum
Schweigen zu bringen - und Arius ging ins Exil. Es entstand
ein heftiger Streit zwischen Befürwortern und Gegnern
der Lehren des Arius und zeitgenössische Quellen belegen,
daß dabei viel Blut floß.
Die Arianische Krise war ernsthaft, denn Arius bekam
schnell nennenswerten Zuspruch und die alarmierten
Bishöfe des Ostens wandten sich an den kaiserlichen
Beschützer um Hilfe. Konstantin reagierte, indem er
das erste allgemeine Konzil einberief, bei dem 1800
Bishöfe aus dem ganzen Reich in Nicea zusammengerufen
wurden. Zwischen 220 und 250 Bishöfe nahmen schließlich
an diesem Treffen teil.
Arius war auch zu dem Konzil eingeladen. Mitten in
seiner Verteidigungsrede begann er einen Gesang, der
seine Lehren in Liedform widergab und die u.a. den
Satz "Der Sohn ist dem Vater nicht gleich" enthielten.
Es gab einen Aufstand unter den anwesenden Bishöfen.
Das Konzil verdammte Arius und verabschiedete den
heute als "Glaubensbekenntnis von Nicea" bekannten
Text, der als Lösung des Problems angesehen wurde. Das
Glaubensbekenntnis erklärt die Beziehung von Jesus zu
Gott als: Jesus ist von einer Substanz mit dem Vater.
Mit Ausnahme von zwei Bishöfen wurde dies einstimmig
angenommen. Man bekannte den Glauben in "den einen
Herren Jesus Christus, ... wahrer Gott von wahrem Gott."
Bei allem Konflikt zwischen Arianismus und Orthodoxie
wurde in jener Zeit deutlicher Fortschritt in der
theologischen Durchdringung der christlichen Wurzeln
gemacht. Ein starker Vertreter der Orthodoxie war
der Theologe Athanasius, ein Sekretär des Bishofs
von Alexandrien. Er arbeitete an einer Formulierung
des Glaubens, die allen Bishöfen annehmbar war und
schrieb eine Reihe von Büchern zwischen 336 und 366 n.Chr.,
in der die Göttlichkeit Jesu verteidigt wird.
Eine weitere wichtige Figur jener Zeit war der Bishof
Eusebius von Caesarea (ca 315-340 n.Chr.). Er
versuchte im Streit zwischen Arianismus und Orthodoxie
zu vermitteln und wurde dabei verdächtigt, ein Sympathisant
der Arianer zu sein. Hochgeschätzt von Konstantin wurde
er beauftragt, eine Biographie des Kaisers zu schreiben.
Seine Kirchengeschichte ist noch immer eine wichtige
originale Quelle für die heutigen Historiker.
Die Kirche wurde zunächst vom Schwert angefochten - der
blutigen Verfolgung. Kaum war sie diese Anfechtung los,
kamen die inneren Anfechtungen in Form verwirrender Lehren
wie der des Arianismus, die viele auch geschulte Christen
in ihren Bann zog. Wir haben heute ähnliche Probleme,
welche glücklicherweise nicht mehr mit Gewalt ausgetragen
werden. Wir werden auf die modernen Kontroversen noch
ausführlich eingehen.

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