
Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

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Die Gnostiker - ein Über- und Einblick.
Die Gnostiker standen in der Nachfolge einer
Reihe religiöser Bewegungen, welche die Errettung
durch "gnosis", übersetzt "Wissen", lehrten.
Der kosmologische Dualismus war ein wesentlicher
Bestandteil des Gnostizismus, der Gegensatz
zwischen der spirituellen Welt und dem Bösen,
der materiellen Welt.
Der Gnostizismus wurde von den Kirchenvätern
im 2. bis 4. Jahrhundert n.Chr. stark angegriffen.
Sie betrachteten die verschiedenen gnostischen
Gruppen und Schulen als Perversion des Christentums.
Viele moderne Gelehrte sehen den Gnostizismus
als ein religiöses Phänomen, welches vom Christentum
unabhängig war.
Bis zum 19. Jahrhundert war der Gnostizismus
im wesentlichen durch die Schriften der Kirchenväter
bekannt, darunter Justin, Irenaeus, Hippolytus, Tertullian,
Clement von Alexandria, Origines und Epiphanius von Alamis.
Einige der Beobachtungen und Beschreibungen (Irenaeus)
wurden durch moderne Funde gnostischer Dokumente (Nag
Hammadi) bestätigt.
Die Kirchenväter betrachten Simon von Samaria als den ersten
Gnostiker, während die Apostelgeschichte ihn nur als
Zauberer vorstellt. Simon folgte der Samaritaner
Menander, der in Antiochien in Syrien Ende des 1. Jh n.Chr.
lehrte. Er behauptete, daß wer an ihn glaube, nicht
sterben werde. Satornilos lehrte Anfang des 2. Jh. daß
der geistliche Christus der Erlöser sei und verleugnete
das Menschsein Jesu (Doketismus). Weitere gnostische
Lehrer waren z.B. Cerinthus in Kleinasien und Basilides
in Ägypten. Sie lehrten daß "Christus" in der Taube auf
Jesus, den Menschen, herabkam und ihn vor der Kreuzigung
wieder verließ.
Ein wichtiger Gnostiker war Marcion von Pontus.
Er setzte den Gott des alten Testaments dem des neuen
entgegen. Marcion stellte den ersten Kanon des neuen
Testaments zusammen, welcher auch das Evangelium des
Lukas und zehn Paulinische Briefe enthielt. Seine
doketischen Lehren wurden von Tertullian scharf zurückgewiesen.
Sein Kanon führte dazu, daß die Kirche sich intensiv mit
der Kanonisierung der frühen christlichen Schriften
auseinandersetzen mußte, um falsche Einflüsse auszuschließen.
Bekanntester gnostischer Lehrer war Valentius von Alexandria,
der 140 n.Chr. nach Rom kam und dort lehrte. Er gründete
eine Schule mit einer Reihe von Nachfolgern, die u.a. auch
den ersten heute bekannten Kommentar zum Evangelium des
Johannes erstellten.
Die Gnostiker vertreten in ihrer Gesamtheit eine Fülle
unterschiedlicher Lehren. Dazu gehörte ein starker Dualismus,
welcher die Menschwerdung Jesu verleugnete und den Geist
der materiellen Welt entgegensetzte. Die materielle
Welt wurde als Böse angesehen. Doch Funken des Göttlichen,
so die Lehre, realisierten sich in bestimmten spirituellen
Individuen. Diese Menschen wissen wenig von diesem Geist,
so daß Gott ihnen einen Erlöser schickt, der sie durch
(oft geheimes) Wissen befreit. Die Gnostiker lehren daß
nach dem Tode die Menschen von ihrem Körper befreit sind
und in geistiger Einheit mit Gott leben. Die Errettung ist
nicht verbunden mit dem Glauben/Vertrauen, wie Jesus es
lehrt, sondern geschieht durch das Wissen der "wahren"
Natur eines Menschen.
Im Gegensatz zur gnostischen Lehre stellte die Kirche
heraus, daß Jesus "wahrer Mensch und wahrer Gott" war, daß
die Auferstehung Jesu kein rein "geistiger" Akt gewesen
ist, sondern Gottes Eingreifen in seine Schöpfung. Das
Christentum lehrt Erlösung durch die freie Zuwendung
Gottes zu den Menschen, die der einzelne "im Glauben
an Jesus" annimmt. Die Befreiung von Schuld sieht der
christliche Glaube durch das stellvertretende schmerzvolle
Leiden Jesu am Kreuz, nicht durch geistiges Wissen und
Verdammung des Materiellen.

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