
Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

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Die Entwicklung des Mönchtums seit 300 n.Chr.
Seit der Mitte des dritten Jahrhunderts entwickelten
Gruppen von Christen einen speziellen Lebensstil,
der ihnen erlauben sollte, den christlichen Glauben
in besonderem Maße in das tägliche Leben umzusetzen.
Die Tradition geht auf biblische Figuren wie Johannes
den Täufer u.a. zurück, die sich von den Geschäften
des Alltags absonderten und einen zurückgezogenen
und asketischen Lebensstil in der Wüste Palästinas
suchte. Schon Mose war Gott zuerst in der Wüste,
fernab des alltäglichen Lärms, begegnet.
Einer der bekanntesten frühen Eremiten der Kirchengeschichte
ist Anthony von Ägypten (251-356). Die Biographie "Das
Leben des Anthony" wird Athanasius zugeschrieben. Anthony
hört als junger und hingegebener Christ eines Tages die
Predigt von dem reichen jungen Mann, den Jesus auffordert,
alles zu verkaufen was er besitzt und ihm zu folgen.
Anthony war so getroffen von diesen Worten, daß er sie
in die Tat umsetzte. Er lebte in der Wüste und gewann
einen ausgeprägten Ruf als Heiliger. Seine Hingabe an eine
geordnete Disziplin des spirituellen und alltäglichen
Lebens inspirierte viele andere Männer und Frauen. Er
organisierte eine einfache Gemeinschaft von Menschen, die
miteinander lebten und das Gelöbnis von Armut und
Gebet ablegten. Sie waren die Vorläufer der späteren
Mönche.
Die Entstehung des Mönchtums wird heute u.a. mit Pachomius
(290-346 n.Chr.) in Verbindung gebracht. Er ermutigte
Mitglieder christlicher Siedlungen oder Gemeinschaften,
ihre Arbeit und Mahlzeiten zu teilen und regelmäßig
gemeinsam die Eucharistiefeier zu feiern, die Bibel zu
lesen und über ihre Aussagen nachzudenken und zu
meditieren. Er war der erste, der Regeln für die
Mitglieder solcher Gemeinschaften aufstellte. Das
Wachstum dieses klösterlichen Lebensstiles im vierten
Jahrhundert n.Chr. war enorm.
Pachomius inspirierte
und initiierte Klostergemeinschaften von Männern und
Frauen gleichermaßen. Frauen wurden in jener Zeit meist
als "Eigentum" ihrer Ehemänner gesehen. Die Gemeinschaft
eines Klosters gab ihnen Freiheit von männlicher
Bevormundung - so daß der Theologe Ambrosius Frauen
diesen Lebensstil empfahl, weil er es ihnen erlaubte,
sich dem Gebet und einem "guten Lebensstil" zu widmen.
Hieronimus rühmt die Nonne Paula für ihr umfangreiches
Wissen in den hebräischen Schriften.
Einige versuchten, den asketischen Lebensstil zum
vollen Extrem auszuleben und zu entwickeln. Es gab
Mönche, die den Rest ihres Lebens auf einer Säule verbrachten,
Der Säulenheilige Simeon von Syrien,
zum Beispiel, wurde von Scharen
von Neugierigen umgeben, die in die Wüste strömten
und von ihm Rat erhofften, den er ihnen von der
Spitze seiner Säule zusprach.
Weiterer einflußreicher Vertreter des Mönchtums war
Basil von Cappadocia, einer der kappadozischen Väter.
Er schrieb Regeln ähnlich wie die von Pachomius, welche
die Mönche zu Gebet, guten Werken und Bibelstudium
anhielten. Seine Regeln werden noch heute in
orthodoxen Klostergemeinschaften eingesetzt.
Im Westen des römischen Reiches wurde das Mönchtum
durch Martin von Tour (um 360 n.Chr.) eingeführt und
von Benedikt von Nursia 480-547 weit verbreitet.
Als junger Mann gab sich Benedikt dem Gebet und der
Meditation hin. Für drei Jahre lebte er in einer Höhle
und zog viele Nachahmer an. Er gründete 12 Klöster
und schließlich das Kloster Monte Cassino bei Neapel.
Er schrieb einfache Regeln, welche die Mönche durch
den Tag mit Gebet, Arbeit, Studium und Ruhe führten.
Die benediktinische Ordnung hat in der katholischen
Kirche bis auf den heutigen Tag enormen Einfluß und
war im Mittelalter weit verbreitet in den
westlichen Reichen. Die Regeln von Basil oder Benedikt
wurden nicht als Einschränkung für die Mönche verstanden,
sondern als Hilfen für Anfänger.
Das Mönchtum ist eine logische Reaktion auf die
Verweltlichung und Anpassung der Kirche an die Gesellschaft.
Wo die einen sich in fast nichts mehr von den "Heiden"
unterscheiden, suchen andere den großen Gegensatz des
christlichen Glaubens zu einer nichtchristlichen
Lebenseinstellung auch in den Dingen des Alltags
sichtbar zu machen. Das Christentum lebt stets von der
Spannung des "Anders-Seins" im Gegensatz zur Einordnung
in die vorhandene Gesellschaft und ihre Verhaltensweisen.
Wir werden über die einzelnen inhaltlichen Bestandteile
dieses "Anders-Seins" in Form von Ehrlichkeit, Hilfe,
Hingabe, Verläßlichkeit, Reinheit des Herzens, Freiheit
von Bindungen und vielem mehr noch intensiv nachdenken.

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