
Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

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Fortschritte in der mittelalterlichen Kultur um 800 n.Chr.
Zum Ende der Herrschaft Karls des Großen war Europa
im wesentlichen christlichen Glaubens. Es war ein Zeitalter
ohne Fernsehen, Kino, Zeitungen oder Videos, in dem die
Kirche einen beständigen Fluß von Stimulationen bot.
Neben der sonntäglichen Eucharistiefeier gab es
Prozessionen und Veranstaltungen, die den monotonen
Wochenrhythmus unterbrachen. Bei solchen Sonderveranstaltungen
war es dem normalen Kirchenbesucher manchmal auch
erlaubt, an der Eucharistiefeier teilzunehmen, die
normalerweise stellvertretend für, nicht
mit den Menschen gefeiert wurde.
Verkündigung geschah im wesentlichen in bildlicher und
bildhauerlicher Form. Künstler schnitzten Statuen, die
bei den Prozessionen durch die Straßen getragen
wurden. Die Prozessionen boten ein reiches und
interessantes Bild mit bunter Kleidung und vielen
teuren Kreuzen. All das wurde gesehen als ein Versuch,
Gott zu ehren - und zu diesem Zweck war keine Mühe
zu groß. Die Ausstattung der Kirchen wurde als
Aufgabe aller gesehen - Armer wie Reicher. Die
künstlerischen Arbeiten boten manchem Arbeit und
minderten die Last der Armut.
Alcuin von York war in Yorkshire, England, geboren
worden. Er trat in das Kloster von York ein und wurde
dort Leiter der Klosterschule. Seine herausragenden
Talente wurden bei einem Besuch 781 in Rom von
Karl dem Großen entdeckt, der ihn an seinen Hof
nach Aachen holte, um die Leitung seiner Bildungsprogramme
zu übernehmen. Alcuin diente dem Kaiser bis 796, als
er zum Bishof von Tours berufen wurde. Er spielte
eine bedeutende Rolle bei der Auseinandersetzung
mit dem Adoptionismus, einer Irrlehre, die
aus Spanien kommend lehre, daß Jesus nicht Sohn
Gottes sei, sondern nur ein einfacher Mensch, der
von Gott "adoptiert" worden sei.
Die Glasfenster und freskenartigen Bilder
der mittelalterlichen Kirchen bezeichnet man auch als
Bibel der Armen. Da viele Menschen nicht
lesen und schreiben konnten, wurden die biblischen
Geschichten weitergegeben durch die Medien der
Glasmalerei und vielfältiger Bilder und Statuen.
Die Kunst sah eine ihrer Aufgaben darin, die
Geschichten des Alten und Neuen Testaments aufzugreifen
und darzustellen. Die Leidens- und
Kreuzigungsgeschichte Jesu war ein zentrales
Thema jener Zeit.
Mit der Liturgie entwickelte sich die Kirchenmusik.
Mit dem Ende des sechsten Jahrhunderts hatte
Papst Gregor I. (r. 590-604 n.Chr.) die ihm verfügbare
Kirchenmusik in einem Verzeichnis (Codex) geordnet.
Nach ihm sind die Gregorianischen Gesänge
genannt. Er organisierte eine spezielle Schule für
Jungen, um Gesang zu lernen und die Liturgie begleiten
und ausgestalten zu können. Er gründete zwei Chöre.
Während des siebten und achten Jahrhunderts entwickelten
sich die gregorianischen Gesänge zur dominanten
Musikform in den Kirchen und Gottesdiensten des Westens.
Mit der Krönung Karls des Großen 800 n.Chr. gab es
einen neuen Stimulus für diese gregorianische Musik.
Karl ließ Gesangsschulen gründen, um die Musik in
seinem gesamten Reich einzuführen. So wurden die
gregorianischen Gesänge zur vorherrschenden Musik bis
zur Reformation im frühen 16. Jahrhundert.
Zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert gab es im
Norden Europas jedoch weitere Entwicklungen in der
Musik. Die Komponisten experimentierten damit,
den alten Melodien Harmonien hinzuzufügen.
Von kleinen Klöstern bis hin zu den großen Kathedralen
wurden die Lieder in den neuen Stil transformiert.
Im elften Jahrhundert wurde es in Frankreich üblich,
daß der Organist Melodien über oder unter den
alten Gesängen hinzufügte, die cantus firmus
oder Tenor genannt wurden. Es war der beginn
der Polyphonie bzw.
Vielstimmigkeit, bei dem verschiedene Melodiestränge
verwoben sind, um eine ausgeklügelte Harmonie
zu erzeugen.
Im frühen elften Jahrhundert erfand der italienische
Mönch Guido D'Arezzo eine Methode, nach der ein
Junge Melodien singen konnte, die er nie gehört
hatte. Er führte ein Notensystem ein, bei dem
Noten in vier parallele Linien eingeschrieben
wurden. Dieses System bildet heute die Basis für
die Notation von Musik. Auch in Russland wurden in
jener Zeit Notationen für Musik eingeführt, die bis
in das siebzehnte Jahrhundert Bestand hatten.

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