
Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

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Invasion im Osten: der Aufstieg des Islam
In der Mitte des siebten Jahrhunderts wurden die Gebiete
Palästinas, Syriens und Ägyptens von den Nachfolgern
des Propheten Mohammed eingenommen. In dem Versuch, der Welt
die Lehren des "wahren Glaubens" Islam zu bringen,
eroberten sie die heiligen Städte des jüdischen und
christlichen Glaubens und all jene Länder, in denen sich
der christliche Glaube zuerst ausgebreitet hatte.
Die muslimischen Eroberer wurden von den Herrschern des
römischen Reiches nicht anders gesehen als die Barbaren
des Nordens. Sie eroberten innerhalb kurzer Zeit weite
Teile Kleinasiens und Nordafrikas, wenn ihnen auch die
Einnahme Konstantinopels mißlang. 732 stießen sie bis nach
Frankreich vor, wo sie von Karl Martel ("dem Hammer")
bei Poitiers gestoppt wurden. Im Jahr 739 wurden sie
erneut bei Lyon von Martels Armeen aufgehalten, der sie
bis nach Spanien zurückwarf. Während die Barbaren den
Glauben der Unterworfenen annahmen, reagierten die Muslime
ganz anders und hatten ihre eigene starke Mission, die
der christlichen Botschaft entgegenstand.
Einer der Auswirkungen der muslimischen Eroberungen war
die Schwächung der Verbindungen zwischen Ost- und Weströmischem
Reich. Der Westen fühlte sich stark bedroht und wandte
sich an die barbarischen Herrscher um Schutz. Die
islamische Expansion führte zum Verlust der Patriarchen
von Antiochien, Alexandria und Jerusalem, so daß der
Wettstreit um die Führung der Christenheit sich auf die
Bishöfe von Konstantinopel und Rom konzentrierte. Viele
Christen verließen den bedrohten Westen und siedelten
in und um Konstantinopel. Für drei Jahrhunderte wurde
Konstantinopel die mächtigste Stadt der westlichen
Hemisphere. Der Osten und der Westen stand sich in
Geschichte und der Bedrohung durch den Islam nahe,
doch sowohl politisch als auch kulturell bewegten sich
die beiden auseinander.
Durch die muslimische Herrschaft entstand eine Trennung
Europas von Asien, wenn auch in Persien, Palästina
und Ägypten christliche Kirchen weiterlebten. In Ägypten
hatte der Glaube bestand in Form der koptischen Kirche,
in Persien in Form der Nestorianer. Hier erreichten einige
Christen einen herausragenden Status unter der muslimischen
Aristokratie. Sogar in China überlebte ein Teil der
nestorianischen Mission - zu jener Zeit der Tang Dynastie
war China eines der reichsten und zivilisiertesten Länder
der Erde. Mönchen war es erlaubt, Klöster zu bauen und
zu siedeln. Zwei Jahrhunderte lang lebten Christen in
China in Freiheit, bis die taoistischen Kaiser des
neunten Jahrhunderts die Klöster auflösten und das Christentum
zu großen Teilen verschwand.
Der muslimische Glaube ist bis heute eine der großen
Herausforderungen des Christentums. Der "wahre Gott" Allah
ähnelt in vielem dem christlichen Gott - wenn er auch in
wesentlichen Grundfragen völlig verschieden ist von dem
Gott, der uns im alten und neuen Testament und in der Person
Jesu Christi entgegentritt. Die Liebe Gottes, die Christen
in und durch Jesus erfahren, ist dem Muslimen in dieser Art
nicht bekannt.
Roland Potthast für das Evangeliumsnetz.

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