
Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

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Ausbreitung des Glaubens in Mittel- und Nordeuropa 7.+8.Jh
In den im Umbruch befindlichen Gesellschaften Westeuropas
des 5. bis 8. Jahrhunderts war die Kirche eine
Quelle von Stabilität und Bildung. Eine wichtige Rolle
fiel Papst Gregor dem Großen zu, der in einem zerfallenen
und leidenden Rom sein Amt antrat.
Gregor der Große wurde als Sohn der noblen Anicia-Familie
geboren und war Neffe von Papst Felix (etwa 526-30 n.Chr.).
Seine Karriere führte ihn zunächst in die römische
Zivilverwaltung, u.a. auch als Legat an das Gericht in
Konstantinopel und er wurde Prefekt von Rom.
Gregor wandte sich dem Mönchstum zu und man wählte ihn
590 zum Papst. Es war eine Zeit, in der die Stadt durch
die barbarischen Einfälle größtenteil wüst und zerstört
lag, geplagt von Seuchen und Überschwemmungen.
Gregor sah die einzige Chance der Kirche in einer
Allianz mit den Eroberern und der Bekehrung der Barbaren.
Als zentrales Mittel
zu diesem Ziel sah er das Mönchtum. Dabei verstand er
die Rolle der Klöster weniger als Mittel zur
Heiligung ihrer Bewohner denn als eine Ausbildungsstätte
für Missionare und als christliche Bildungsbasis für die
Völker. Er sandte den Mönch Augustin nach England, wo
die Angelsachsen den östlichen Teil der Insel besetzt
hatten. Augustin wurde angewiesen, all jene heidnischen
Praktiken zu akzeptieren, die mit dem Christentum
vereinbar erschienen, nach dem Pauluswort:
"Prüfet alles, das Gute aber behaltet".
Augustin gelang es, König Ethelbert von Kent für den
christlichen Glauben zu gewinnen. Er baute die bis heute
berühmte Kathedrale von Canterbury. Es wurden mehr und
mehr Mönche nach England gesandt, bis sie auf die
irischen Christen stießen, die auf St. Patrick zurückgingen.
Die keltischen Mönche und die Missionare aus Italien
mußten mit einer Reihe von Unterschieden leben. Es hatten
sich verschiedene christliche Traditionen herausgebildet,
z.B. wurde Ostern an anderen Tagen gefeiert. Im Jahr
664 gab es eine Synode in Whitby im Norden Englands, in
der die Unterschiede besprochen und größtenteils
gelöst werden konnten. Die britischen Mönche übernahmen
die römisch-katholischen Traditionen. Von diesem Tag an
wurde Ostern im Westen Europas an einem Tag gefeiert.
Die Arbeit der Mönche führte dazu, daß eine bestimmte
Form von Stabilität und Kultur in Westeuropa wiederhergestellt
wurde, die in der Zeit der barbarischen Kriege in großen
Teilen in Auflösung begriffen war. In den folgenden Jahrzehnten
würden diese keltischen und britischen Mönche den Glauben
tiefer in das europäische Festland, u.a. nach Deutschland,
hineintragen, dazu mehr im dem folgenden Abschnitt.

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