
Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

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Östliche Kirchen und der große Bruch (Großes Schisma) 1054 n.Chr.
Im achten bis 10. Jahrhundert breitete sich das
Christentum weiter nach Osten aus. Die ersten Missionare
nach Moravien (Tschechische Republik, Südpolen) kamen
aus Deutschland.
Ihre Versuche, den Menschen das Evangelium mitzuteilen,
wurden jedoch durch die Sprachschwierigkeiten stark
behindert.
Im Jahr 862 machten sich Cyril und Methodius, zwei Brüder,
von Thessalonich auf den Weg nach Tschechien. Sie übersetzten
die Bibel ins Moravische und feierten die Eucharistie
mit den Menschen in ihrer Sprache. So erreichten sie eine
große Zahl von Menschen.
Doch dann kam es wie so oft in der christlichen Geschichte.
Die deutschen Bischöfe stellten sich den Entwicklungen
entgegen. Sie bestürmten dem Papst, die Feier des Abendmahls
in der Landessprache zu verbieten. Papst Adrian II entschied
sich jedoch anders und erlaubte den beiden Brüdern ihren
Weg weiter zu gehen. Das änderts sich einige Jahre später,
als Papst Stephan V. einen Bann auf die slavische Sprache
zur Feier der Messe legte. Die Brüder mußten ins Exil
gehen.
Im Jahr 864 ließ sich der bulgarische Zar taufen.
Mit ihm kamen auch die Länder Rumänien und Serbien in die
Ostkirche hinein. Moravien aber blieb fester Bestandteil
der westlichen Kirche. Bohemien in Tschechien folgte
Moravien im 10. Jahrhhundert. Polen, der nördliche Teil
Moraviens, konvertierte im 10. Jahrhundert zu der
lateinischen Form des Christentums. Der polnische
Herrscher wurde 967 getauft und sein Sohn Boleslav Chrobry
(992 - 1025) verfolgte einen energischen
Christianisierungskurs.
In die weiten Gebiete Russlands waren schon einige
Christen vorgedrungen. Im 10. Jahrhundert entschied sich
Vladimir, der Herrscher von Kiev, für das Christentum.
Er wollte sich der möglichst reinsten Form des Glaubens
anschließen und sandte Boten, um die Lage zu erforschen.
Seine Gesandten besuchten Konstantinopel und die
Hagia Sophia, gegründet von Justitian im 6. Jahrhundert.
Sie berichteten dem Herrscher von der der Schönheit
der Kirche und der slavischen Liturgie. So kam Russland
zur byzantinischen Form des Glaubens. Im Jahr 988 gab
Vladimir den Befehl, daß sich alle Untertanen taufen
lassen mußten. "Jeder, der sich nicht morgen mit mir
im Fluß taufen läßt, sei er reich oder arm, wird meine
Ungnade zu spüren bekommen." Ein Jahr später heiratete
Vladimir die Schwester des Herrschers von Konstantinopel,
so daß heute die Motive seines Handelns oft in
politischer Strategie gesehen werden.
Der Osten hatte sich in den Jahrhunderten immer weiter
vom Westen entfernt. Man sprach Griechisch, stand in
einer ungebrochenen hellenistischen Tradition und kaum
jemand war in der Lage, Latein zu sprechen. Umgekehrt
war der Westen unfähig, einen Zugang zu den Traditionen
und der Sprache des Ostens zu behalten. Der Osten
betrachtete des Westen als kulturelle Barbaren, ungebildet
und roh. Rom war viele male von den Barbaren erobert
worden. Es kamen Streitigkeiten um den Süden Italiens
hinzu, die im Zuge der Normannenkriege eskalierten.
Papst Leo IX beanspruchte spirituelle Autorität, hielt
eine Synode zur Reform der sizilianischen Kirche und
ernannte einen neuen Bischof. Der Patriarch von Konstantinopel
protestierte und ließ westliche Kirchen in Konstantinopel
schließen. Der Papst exkommunizierte schließlich den
Patriarchen von Konstantinopel. Am 16. Juli 1054 betrat
der päpstliche Gesandte Cardinal Humbert de Silva
Candida die Hagia Sophia und legte die Bulle der
Exkommunikation auf den Hochaltar. Dies geschah obwohl
der Papst im April des Vorjahres gestorben war.
Der Patriarch reagierte mild, doch die Ereignisse waren
nicht zurückzudrehen. In den folgenden 200 Jahren
vertiefte und festigte sich diese große Spaltung
zwischen römisch-katholischer und orthodoxer Kirche,
die bis heute die Christenheit trennt. Es war eine
Entwicklung die sich im
Laufe der Jahrhunderte durch weitere Spaltungen
fortsetzte.

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