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Evangelium.de > lesen & informieren > Geschichte des Glaubens > Kreuzzüge bis Renaissance: 1054-1517 n.Chr. > Glaube, Kunst und Bildung im 12. + 13. Jh >


Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

 


Geschichte des Glaubens
  Anfänge: 4-70 n.Chr.
  Untergrundkirche: 70-312 n.Chr.
  Versuchung der Macht: 313-590 n.Chr.
  Bekehrung Europas: 590-1054 n.Chr.
->Kreuzzüge bis Renaissance: 1054-1517 n.Chr.
   Gregorianische Reformen 1046-1122
   Kreuzzüge im 11. + 12. Jh
 ->Glaube, Kunst und Bildung im 12. + 13. Jh
   Scholastik von Anselm bis Aquin 12-14. Jh
   Dominikaner und Franziskaner 13. Jh
   Anti-Päpste um 1400
   Vorläufer der Reformatino im 14.+15. Jh
   Kiev, Moskau, Mongolen 11-1500
   Die Renaissance 1400-1517
  Reformation: 1517-1648 n.Chr.
  Aufklärung und Erweckung 1648-1776 n.Chr.
  Industrielle Revolution 1776-1914 n.Chr.
  Moderne Gesellschaft 1914 n.Chr. - heute
 

Wachstum an Glaube, Kunst und Bildung im 12. und 13. Jahrhundert

Das zwölfte Jahrhundert bedeutete für die westliche Kirche ein starkes inneres Wachstum und eine wichtige innere Erneuerung. Die Zeit der Invasionen war vorbei, die Barbaren geschlagen oder bekehrt. Die Städte entwickelten sich schnell und Fortschritt in der Landwirtschaft erzeugte einen neuen und lange unbekannten Reichtum.

Inspiriert durch den einflußreichen Mönch Bernard von Clairvaux verbreiteten sich Reformen überall in der Kirche, in den verschiedenen Klöstern und Orden und auch beim Papst in Rom. Teile des Klerus begannen in Kloster-ähnlichen Gemeinschaften zu leben, um so die Lasten des Zölibats [Ehelosigkeit] besser zu ertragen. Der Handel mit Kirchenvertretungen wurde verboten. Man nannte diese Priester nach Augustinus von Hippo, da sie seinen Lebensregeln folgten. Im Gegensatz zu den Klöstern war ihr Leben auf Predigt und Lehre ausgerichtet, nicht auf ein abgeschiedenes Gebet.

Unter Papst Innocent III (ca. 1198-1216) erlangte die Kirche einen besonderen Höhepunkt an neuer Macht und neuem Glanz. Der Papst unterstützte die Reformen in Form neuer Mönchsordnungen, so daß die Kirche sich auf die Lehre und die Fürsorge für die Armen konzentrieren sollte. Fürsten und Könige wurden in ihre Schranken verwiesen, sobald sie sich in die Berufungsangelegenheiten der Kirche oder Klöster einmischen wollten. Innocent proklamierte jedoch auch die Macht für sich, seine eigenen Kandidaten zu Bischöfen und Leitern einzusetzen bzw. Bischöfe von Diözese zu Diözese umzusetzen und Kirchenvertretungen neu zu verteilen.

Im Jahr 1215 brachte Innocent III 400 Bischöfe und 800 Mönche in Rom zu einem großen Konzil zusammen. Es ging darum, die Lehre und die Predigt des Wortes Gottes überall im Reich neu erblühen zu lassen. Dazu wurden die kirchlichen Schulen gestärkt: sie sollten hervorragende Theologen und gute Lehrer beschäftigen.

Das starke Wachstum päpstlicher Macht blieb nicht unproblematisch. Schon 1145 sah sich Bernhard von Clairvaus zu weitreichender Kritik genötigt und brandmarkte in einem Schreiben an Papst Eugenius III die Entwicklung: "nach Rom ziehen die Ehrgeizigen, Habgierigen, Frevlerischen, Ehebrecherischen, Inzestuösen, und Monster der Menschlichkeit, um dort kirchliche Ehren zu erhalten." Um ihre Kirchenmaschinerie zu erhalten, begannen die Päpste, die lokalen Staaten mit Steuern zu belegen. Der Personalbedarf führte dazu, daß Bischöfe in entfernten Diözesen eingesetzt wurden, aber Dienst in Rom tun sollten. Innocent etablierte den päpstlichen Staat im Zentrum Italiens, um so dem Einfluß von Königen und Kaisern zu entgehen. Doch diese Unabhängigkeit wurde erkauft durch endlose Kriege und Allianzen, um das Land frei zu halten. Inmitten der Blüte war der Same für den Abstieg schon enthalten.

In Nordfrankreich wurde im 12. Jahrhundert ein Stil geboren, der bis zur Renaissance in Europa dominieren sollte. Im Jahr 1140 wurde ein unbekannter Steinmetzmeister verpflichtet, den Chor der königlichen Abtei von St. Denis wieder aufzubauen. Er nutzte einen luftigen und leichten Stil, der wesentlich größere Fenster zuließ als die bisherigen römischen Basiliken. So wurde der gothische Stil geschaffen, der den Kontinent inspirieren sollte.

Der neue Stil verbreitete sich rasend schnell über Europa. In den vier Jahrhunderten von 1100 bis 1500 wurden über 500 Kathedralen und unzählige kleinere Kirchen, Klöster und Konvente erbaut. Die Kathedralen entwickelten sich zum Zentrum der Mittelalterlichen Stadt und bestimmten ihr Gesicht. Große Kathedralen sind etwa die Kathedrale von Notre-Dame in Paris, erbaut 1163-1250.

Die architektonische Kunst schrieb den Glauben in Stein. Die neuen Kathedralen waren von vielerlei Skulpturen und Bildern in Stein umgeben. Biblische Szenen sollten die Ungebildeten leeren.


   

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