
Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

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Die Kreuzzüge im 11. und 12. Jahrhundert
Es war am 27. November 1095 bei Clermont-Ferrand in Frankreich,
als etwas für die weitere Weltgeschichte zentrales geschah.
Papst Urban II. rief vor einem Konzil aus Bischöfen und
Laien die Christenheit zu einem heiligen Krieg auf.
Was war geschehen?
Der Papst hatte zuvor eine eilige Anfrage des byzantinischen
Kaisers Alexius I Comnenus erhalten, der durch die
feindlichen Seljuk Türken bedroht war. Diese waren in
Kleinasien, Syrien und Palästina eingefallen, hatten die
Araber und Griechen geschlagen und griffen christliche
Pilger an den heiligen Stätten in Jerusalem und
Betlehem an. Als Antwort drängte Papst Urban die
Führungselite Europas, einen bewaffneten Kreuzzug zu
unternehmen und zur Befreiung nach Jerusalem zu ziehen.
Die Zustimmung des Konzils erfolgte prompt und
die Menge rief Deus vult - Gott will es.
Der Ruf zum ersten Kreuzzug verbreitete sich durch Europa. Bis
zum folgenden Herbst waren verschiedene kleine Armeen in
Frankreich und Italien fertig zur Abreise. Am 15. Juli 1099
eroberten sie Jerusalem und töteten einen großen Teil
der Bewohner. Sie errichteten eine Reihe christlicher
Königreiche in Palästina (Edessa, Tripolis und Antiochien)
und ernannten einen König von Jerusalem.
Doch die Bewohner jener Gegenden - ob Muslime, Juden oder orthodoxe
Christen - waren von den neuen Herrschern nicht sehr
beeindruckt. Die Kreuzzügler wurden als fremde
Eroberer betrachtet. Sobald die muslimische Macht sich
von dem Schlag erholt hatte, waren die Besatzer in
ernsthaften Schwierigkeiten. Die Stadt Edessa wurde
1144 zurückerobert, was einen erneuten Ruf zu einem
zweiten Kreuzzug durch Papst Eugen III und St. Bernhard von
Clairvaux zur Folge hatte.
Die Armeen Kaiser Konrads und KÖnig Louis VII von Frankreich
wurden zwischen 1146 und 1148 in Syrien geschlagen.
Nachdem Jerusalem 1187 wieder verloren wurde, führten
Kaiser Barbarossa, König Philip Augustus II von Frankreich
und König Richard I. von England den dritten Kreuzzug.
Sie konnten Jerusalem nicht wieder 'befreien', doch
sie eroberten Cyprus und eine Reihe weiterer Städte.
Der vierte Kreuzzug führte nur zur Brandschatzung
von Konstantinopel, während der fünfte bis
achte Kreuzzug ohne jedes Ergebnis blieb. Nur
die europäischen Kreuzzüge führten zu bleibenden
Ergebnissen.
Die wenigsten bekannten aller europäischen Kreuzzüge
waren jene nach Finnland durch die Schweden zwischen 1155
und 1249. Sie führten zur erzwungenen Taufe der Finnen.
In Schweden selbst war das Heidentum gerade erst durch
König Sverker (ca. 1130-55) ausgerottet worden. Hier hatten
die Zisterzienser aus Südeuropa maßgeblich geholfen.
Mit der Taufe der Finnen war die äußerliche Bekehrung
Skandinaviens vollständig. Sogar Grönland hatte im Jahr
1123 seinen eigenen Bischof bekommen.
Die Bekehrung der baltischen Staaten wurde seit 1190
von den Päpsten angegangen. Dänische Kreuzzügler und
die 'Brüder des Schwertes', ein militanter
deutscher Siedlerorden, eroberten und tauften in
Lettland. Im Jahr 1329 war die Eroberung und Bekehrung
Preussens durch den Deutschen Orden vollendet.
Als Krankenpflegeorden war er gestartet und mischte
sich hier auf allen Ebenen in die Weltpolitik ein.
Ein weiterer großer Kreuzzug war der Reconquista,
die Rückeroberung Spaniens von den Muslimen. Nach einer
Reihe von Schlachten gelang in der Schlacht von
Las Navas de Tolosa im Jahr 1212 der Durchbruch und
Spanien wurde re-christianisiert. Während das Schwert
seinen Weg suchte, taufte die Kirche und durch vielerlei
Mittel wurden die Menschen zu Christen gemacht.
Es scheint klar und muß doch ausgesprochen werden, daß
die Christianisierung durch das Schwert eine sehr
problematische Sache ist. Kann Freiheit erzwungen werden?
Ist es im Sinne Jesu Christi, der sein Reich als ein
inneres Reich verkündet hat, daß hier Menschen der
Glaube aufgezwungen wurde? Gleichzeitig war es eine Zeit,
in der es keine Neutralität des Staates gab, keine
Freiheit der persönlichen Entscheidung. Eine äußerst
kritische Haltung ist heute sicherlich angebracht, doch
auch Barmherzigkeit gegenüber den Wirren der Zeiten
wird benötigt, will man sich nicht in blinde
Verurteilung ganzer Generationen stürzen. Und ich
möchte nicht müde werden, um Vergebung zu bitten für
das Unrecht, daß Christen im Namen Jesu angerichtet
haben!

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