zur Hauptseite
zur Hauptseite ###PrintVersionText###HauptseiteSitemapImpressum
Evangelium.de > lesen & informieren > Geschichte des Glaubens > Reformation: 1517-1648 n.Chr. > Reformation in der Schweiz >


Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

 


Geschichte des Glaubens
  Anfänge: 4-70 n.Chr.
  Untergrundkirche: 70-312 n.Chr.
  Versuchung der Macht: 313-590 n.Chr.
  Bekehrung Europas: 590-1054 n.Chr.
  Kreuzzüge bis Renaissance: 1054-1517 n.Chr.
->Reformation: 1517-1648 n.Chr.
   Die Nationen Europas um 1500
   Reformation in Deutschland 1517
   Auseinandersetzungen um Martin Luther 1517-1550
   Krieg und seine Ergebnisse 1520-55
 ->Reformation in der Schweiz
   Radikale Reformer im 16. Jh
   Ausbreitung der Reformation
   Reformation in England im 16. Jh
   Puritanische Ideale und Amerika im 17. Jh
   Katholische Gegenreformation I
   Katholische Gegenreformation II
   Katholische Weltmission im 16.+17. Jh
   Der 30jährige Krieg 1618-48
  Aufklärung und Erweckung 1648-1776 n.Chr.
  Industrielle Revolution 1776-1914 n.Chr.
  Moderne Gesellschaft 1914 n.Chr. - heute
 

Die Reformation in der Schweiz um 1530

Während sich die lutherische Reformation über Europa verbreitete, entwickelte sich in der Schweiz eine weitere Form der Reformation, welche in die reformierte Kirche münden sollte. Sie nahm ihren Anfang mit Ulrich Zwingli und John Calvin.

Ulrich Zwingli (1483-1531) war stark von Erasmus beeinflußt. Als begabter Prediger wurde er 1518 zum Priester in Zürich ernannt. Aus dem Studium des neuen Testaments gewann Zwingli die Ansicht, daß die Rechtfertigung des Menschen (seine Annahme durch Gott) allein aus dem Glauben kommt und daß die Authorität der Bibel alle menschlichen Authoritäten übersteigt. Zwingli attakierte die katholische Kirche und ihre Praktiken deutlich. Im Jahr 1523 veröffentlichte Zwingli 76 Artikel, in denen er die Verehrung von Heiligen, die klösterlichen Ordnungen, die Ablaßbriefe und den Schatz guter Werke als rein menschliche Erfindungen bezeichnete, die keine Basis im neuen Testament und damit im christlichen Glauben hätten.

Die öffentlichen Debatten um die Reformer beschäftigten die Gemüter. Ein Jahr nach den 76 Artikeln ging Zwingli einen Schritt weiter. Er verlangte die Entfernung von Kruzifixen, Relikten, Wandteppichen und Statuen aus den Kirchen, setzte sich für die Abschaffung der katholischen Messe ein und wollte das Orgelspiel, den Gesang und die Glöckchen im Gottesdienst unterbinden. Der Stadtrat von Zürich unterstützte Zwingli und im Jahr 1525 wurde der erste evangelikale Abendmahlsgottesdienst in Zürich gefeiert. Während sich die Lehren Zwinglis verbreiteten, gab es Differenzen zwischen Luther und Zwingli bezüglich des Abendmahles (bzw. "Mahl des Herrn"). Luther glaubte, daß Jesus Christus wirklich gegenwärtig sei in den Elementen des Brotes und des Weines, Zwingli sah das Mahl nur als Erinnerungsmahl. Zwingli war auch in Kontakt mit verschiedenen baptistischen Gruppen, welche die Kindertaufe für falsch hielten. Nach Zwinglis Tod wurde sein Einfluß schnell von dem Calvins überschattet.

John Calvin besaß einen scharfen und weitreichenden Verstand, der ihm bald den Titel des größten Theologen der Reformation einbrachte. Sein Einfluß bleibt bis heute durch die reformierte Theologie. Etwa gegen 1532 hatte Calvin ein persönliches Erweckungserlebnis. Eigentlich wollte er die katholische Kirche nicht verlassen, wenn er auch locker mit einer in Paris aktiven Gruppe von Protestanten verbunden war. Im Jahr 1534 löste er jedoch seine Bande zur Kirche von Rom und zog im Angesicht der Verfolgung aller Protestanten unter Francis I von Paris nach Stasbourg und weiter nach Basel. Hier schrieb er die erste Ausgabe seiner Einleitungen in die christliche Religion. Nach einiger Zeit in Ferrara in Italien lebte er in Genf. Hier entstanden viele seiner Beiträge zur Erneuerung des Gottesdienstes durch das regelmäßige Mahl Christi, Kirchen-Vorstand und Psalmengesang als Anbetung oder Lobpreis. Calvin wurde 1538 aus Genf vertrieben nach einem Disput mit dem Stadtrat über die Eucharistie und lebte bis 1541 in Straßburg, wo er eine protestantische Gemeinde leitete. In Genf arbeitete Cardinal Jacopo Sadoleto daran, die Stadt wieder dem Katholizismus zuzuführen. Doch nach der Verteidigungsschrift Calvins Antwort an Sadoleto wurde er 1541 eingeladen, nach Genf zurückzukehren. Er inspirierte den Magistrat, alle Facetten des religiösen Lebens neu zu strukturieren. Hierbei war er geleitet von der Vorstellung, Kirche und Staat sollten gemeinsam unter der Leitung von Jesus Christus leben. Seine Vorstellung von einer utopischen christlichen Gesellschaft machte Genf das "Rom des Protestantismus". Viele Ausländer studierten Theologie an der von ihm 1559 gegründeten Akademie. So verbreitete sich der Calvinismus in Form der presbyterianischen Kirche (die presbyterian church ist bis heute in den USA weit verbreitet) und in puritanischen Bewegungen (Puritaner). Auch die Prädestinationslehre Calvins, die auf den Briefen des Apostels Paulus beruht und nach welcher Gott bestimmte Menschen zum Glauben beruft, andere nicht, wird oft als einer der bestimmenden Anteile seiner Theologie gesehen.

Als Hintergrund für die Entwicklungen der Städte in Europa ist das aufstrebende Kaufmannstum im Auge zu behalten. Reichtum war nicht länger eine Frage des Landbesitzes, sondern der Handel wurde zum bestimmenden Element. Jakob Fugger (1459-1525) pflegte ein Netz aus Handelsbüros mit Hauptsitz in Augsburg und Nebenstellen in Rom, Lissabon, Budapest etc. Reiche Banker-Familien verwalteten die erwirtschafteten Vermögen, unter ihnen Herwarts, Hochstetters, Paumgartners, Grossembrots und viele mehr. Solche verborgenen Kräfte bildeten ein Gegenstück zur Macht des Kaisers und beeinflußten indirekt die Entstehung der neuen alten Ideen über den christlichen Glauben.


   

Evangeliumsnetz Home | Neu&Aktuell | Lesen&Informieren | Mitreden&Diskutieren | Dienste&Verzeichnisse | Kontakt&Kennenlernen
anker.com | hilfswerke.de | auftanken.de | schrei.de | biblechat.de | gebetsanliegen.de | jugendcenter.de

  © Evangeliumsnetz e.V., Deutschland