
Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

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Krieg, Auseinandersetzungen und Ergebnisse der Reformation 1520 - 1555
Die Reformation in Deutschland blieb nicht unblutig. Zu lange hatte
die Bauernklasse gelitten durch die Unterdrückung der Fürsten. So
kam es zum Aufstand in den Bauernkriegen, in denen verschiedene Rechte
gefordert wurden. Luther unterstützte zunächst dieses Anliegen. Doch als
einer der radikalen Führer, Thomas Müntzer, die Bewohner
von Weinberg massakrierte und Kirchen und Schlösser niederbrennen ließ,
wandte sich Luther vehement gegen den Aufstand und verlangte, blutig
dagegen vorzugehen.
Luthers Schriften gegen das brandschatzende Pack wurden von der
Fürstenklasse als Anlaß genommen, ihre Armeen zu vereinigen. Dabei
wurden im Jahr 1524 mehr als 100.000 Bauern getötet. Luther reagierte
prompt mit einer Verdammung dieses Massenmordens, er bezeichnete
die Urheber als "Teufel", doch der Schaden war da. Luther hatte
das Vertrauen jener verloren, denen er ursprünglich mit seinen
Reformen helfen wollte. Doch eine Mehrheit der deutschen Fürsten
blieb Luther gewogen und unterstützte ihn in den folgenden Jahren.
Im Jahr 1526 wurde ihnen das Recht zugestanden, entweder den
Katholizismus oder den Protestantismus in ihrem Fürstentum zu
unterstützen.
Im Jahr 1530 wurde auf der Synode von Augsburg eine offizielle
lateinische Version des protestantischen bzw. evangelischen Glaubens
verabschiedet. Doch die Auseinandersetzung um die Inhalte würde
zwischen den Reformern noch für viele Jahre weitergehen.
Bald kam es zum Krieg zwischen den Protestanten und Katholiken in
Deutschland, der sich bis 1555 hinzog und erst im Frieden
von Augsburg beigelegt werden konnte. Das Ergebnis des
Friedensvertrages kann in dem Satz cuius regio, eius religio
(wessen Herrschaft, dessen Religion) zusammengefaßt werden. Der
lokale Fürst bestimmte die Konfession seiner Bewohner. Mit dem
Frieden von Augsburg hatte der Protestantismus eine legale Stellung
im heiligen römischen Reich erlangt, 9 Jahre nach Luthers Tod.
Der lutherische Glauben breitete sich schnell auch in anderen
europäischen Ländern aus. Hans Tausen, Professor in Kopenhagen,
brachte den lutherischen Glauben nach Dänemark. In Norwegen und
Schweden war er Teil radikaler politischer Reformen im 16. und
17. Jahrhundert. In Polen wurde der Protestantismus durch die
Hussiten verbreitet. Auch in England, Spanien und Italien
inspirierte er Reformer verschiedener Couleur.
Während seines unfreiwilligen Aufenthaltes auf der Wartburg widmete
sich Luther einer zentralen Aufgabe: der Übersetzung der Bibel aus
dem Griechischen ins Deutsche. In nur elf Wochen erreichte er eine
Übersetzung des neuen Testaments.
Seine Bibel wurde von dem Universalgelehrten Melanchton in
Wittenberg bearbeitet und erschien 1522 als sogenannte Septemberbibel
im Druck. Luther wurde so zum Schöpfer der neuhochdeutschen
Schriftsprache. 1534 erschien die Gesamtausgabe der Bibel, die in
den evangelischen Gebieten Deutschlands reißenden Absatz fand.
In den katholischen Gebieten setzte sich das von Luther benutzte
Schrift-Deutsch erst im 18. Jahrhundert durch. Bekannt sind bis
heute auch Luthers Tischreden, die vielfach gedruckt und
weitergetragen wurden.
Seit seiner Kindheit sah sich Luther durch Teufel, böse
Geister und Dämonen belästigt. Er berichtet auch in späteren
Zeiten seines Lebens von solchen Ereignissen. Bekannt ist die
Legende, er habe sich auf der Wartburg nachts vom Teufel
geweckt durch den Wurf eines Tintenfasses verteidigt. Die
Lutherische Aussage "er habe den Teufel durch Tinte vertrieben"
ist aber wohl eher auf sein schriftstellerisches Wirken
"durch das Wort der Predigt des Evangeliums" zu verstehen.

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