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Evangelium.de > lesen & informieren > Geschichte des Glaubens > Reformation: 1517-1648 n.Chr. > Krieg und seine Ergebnisse 1520-55 >


Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

 


Geschichte des Glaubens
  Anfänge: 4-70 n.Chr.
  Untergrundkirche: 70-312 n.Chr.
  Versuchung der Macht: 313-590 n.Chr.
  Bekehrung Europas: 590-1054 n.Chr.
  Kreuzzüge bis Renaissance: 1054-1517 n.Chr.
->Reformation: 1517-1648 n.Chr.
   Die Nationen Europas um 1500
   Reformation in Deutschland 1517
   Auseinandersetzungen um Martin Luther 1517-1550
 ->Krieg und seine Ergebnisse 1520-55
   Reformation in der Schweiz
   Radikale Reformer im 16. Jh
   Ausbreitung der Reformation
   Reformation in England im 16. Jh
   Puritanische Ideale und Amerika im 17. Jh
   Katholische Gegenreformation I
   Katholische Gegenreformation II
   Katholische Weltmission im 16.+17. Jh
   Der 30jährige Krieg 1618-48
  Aufklärung und Erweckung 1648-1776 n.Chr.
  Industrielle Revolution 1776-1914 n.Chr.
  Moderne Gesellschaft 1914 n.Chr. - heute
 

Krieg, Auseinandersetzungen und Ergebnisse der Reformation 1520 - 1555

Die Reformation in Deutschland blieb nicht unblutig. Zu lange hatte die Bauernklasse gelitten durch die Unterdrückung der Fürsten. So kam es zum Aufstand in den Bauernkriegen, in denen verschiedene Rechte gefordert wurden. Luther unterstützte zunächst dieses Anliegen. Doch als einer der radikalen Führer, Thomas Müntzer, die Bewohner von Weinberg massakrierte und Kirchen und Schlösser niederbrennen ließ, wandte sich Luther vehement gegen den Aufstand und verlangte, blutig dagegen vorzugehen.

Luthers Schriften gegen das brandschatzende Pack wurden von der Fürstenklasse als Anlaß genommen, ihre Armeen zu vereinigen. Dabei wurden im Jahr 1524 mehr als 100.000 Bauern getötet. Luther reagierte prompt mit einer Verdammung dieses Massenmordens, er bezeichnete die Urheber als "Teufel", doch der Schaden war da. Luther hatte das Vertrauen jener verloren, denen er ursprünglich mit seinen Reformen helfen wollte. Doch eine Mehrheit der deutschen Fürsten blieb Luther gewogen und unterstützte ihn in den folgenden Jahren. Im Jahr 1526 wurde ihnen das Recht zugestanden, entweder den Katholizismus oder den Protestantismus in ihrem Fürstentum zu unterstützen.

Im Jahr 1530 wurde auf der Synode von Augsburg eine offizielle lateinische Version des protestantischen bzw. evangelischen Glaubens verabschiedet. Doch die Auseinandersetzung um die Inhalte würde zwischen den Reformern noch für viele Jahre weitergehen. Bald kam es zum Krieg zwischen den Protestanten und Katholiken in Deutschland, der sich bis 1555 hinzog und erst im Frieden von Augsburg beigelegt werden konnte. Das Ergebnis des Friedensvertrages kann in dem Satz cuius regio, eius religio (wessen Herrschaft, dessen Religion) zusammengefaßt werden. Der lokale Fürst bestimmte die Konfession seiner Bewohner. Mit dem Frieden von Augsburg hatte der Protestantismus eine legale Stellung im heiligen römischen Reich erlangt, 9 Jahre nach Luthers Tod.

Der lutherische Glauben breitete sich schnell auch in anderen europäischen Ländern aus. Hans Tausen, Professor in Kopenhagen, brachte den lutherischen Glauben nach Dänemark. In Norwegen und Schweden war er Teil radikaler politischer Reformen im 16. und 17. Jahrhundert. In Polen wurde der Protestantismus durch die Hussiten verbreitet. Auch in England, Spanien und Italien inspirierte er Reformer verschiedener Couleur.

Während seines unfreiwilligen Aufenthaltes auf der Wartburg widmete sich Luther einer zentralen Aufgabe: der Übersetzung der Bibel aus dem Griechischen ins Deutsche. In nur elf Wochen erreichte er eine Übersetzung des neuen Testaments. Seine Bibel wurde von dem Universalgelehrten Melanchton in Wittenberg bearbeitet und erschien 1522 als sogenannte Septemberbibel im Druck. Luther wurde so zum Schöpfer der neuhochdeutschen Schriftsprache. 1534 erschien die Gesamtausgabe der Bibel, die in den evangelischen Gebieten Deutschlands reißenden Absatz fand. In den katholischen Gebieten setzte sich das von Luther benutzte Schrift-Deutsch erst im 18. Jahrhundert durch. Bekannt sind bis heute auch Luthers Tischreden, die vielfach gedruckt und weitergetragen wurden.

Seit seiner Kindheit sah sich Luther durch Teufel, böse Geister und Dämonen belästigt. Er berichtet auch in späteren Zeiten seines Lebens von solchen Ereignissen. Bekannt ist die Legende, er habe sich auf der Wartburg nachts vom Teufel geweckt durch den Wurf eines Tintenfasses verteidigt. Die Lutherische Aussage "er habe den Teufel durch Tinte vertrieben" ist aber wohl eher auf sein schriftstellerisches Wirken "durch das Wort der Predigt des Evangeliums" zu verstehen.


   

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