
Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

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Die zweite große Erweckung in Amerika 1795 - 1830 n.Chr.
Die amerikanische Revolution wirkte sich auf die Kirchen dezimierend aus.
Viele Pastoren und Priester waren in den Schlachten gefallen, Kirchen waren
verbrannt und zerstört. Gleichzeitig schwappten die europäischen
säkularen Philosophien über den Atlantik, Empirismus und Rationalismus
beeinflußten viele wichtige Köpfe und der Besuch der Kirchen ging
deutlich zurück. Die Bevölkerung wurde zunehmend indifferent gegenüber
dem christlichen Glauben.
Doch mit dem Ende des 18. Jahrhunderts begann eine Erweckung, die als
zweite große Erweckung in die Geschichte eingegangen ist.
Sie begann 1795 mit einem Zelt-Treffen in Kentucky und Tennessee,
mit Evangelisten wie James McGready und Barton W. Stone. Zehntausende
von Pionieren besuchten die emotional aufgeladenen Treffen. Meist
blieben sie tagelang und hörten die feurigen Predigten, unzählige
Kirchenlieder und wurden in den lokalen Flüssen getauft. Sie beteten
dann voller Eifer für die Errettung von Freunden und Familienangehörigen.
Die Zelt-Treffen breiteten sich aus und die Erweckung bewegte sich nach
Westen. Doch die Bewegung wurde von den etablierten Kirchen mit Mißtrauen
und Geringschätzung betrachtet. Die oft unmittelbaren und emotionalen
Bekehrungen und die aktive Arbeit von selbsternannten Leitern, die
wenig oder gar keine theologische Ausbildung hatten, alarmierten die
konservativen Kirchenhierarchien. Durch die Ablehnung der Entwicklungen
kam es zu einer Fülle von Abspaltungen von Teilen der alten Kirchen.
So entstanden die Disciples of Christ und die
Cumberland Presbyterian Church. Die Gruppen hatten ihre eigenen
Kirchenleitungen und das Feuer der Erweckung verbreitete sich rasch
über einen sich ausweitenden Bereich.
Die zweite Phase der zweiten großen Erweckung begann in Neu-England um 1810.
Beeinflußt von Timothy Dwight, dem Präsidenten der Yale University,
war diese Erweckung konservativer und nationalistischer als die erste
Welle. Unter ihren Führern war auch Lyman Beecher, großer Redner und
presbyterianischer Pastor. Er sah die Aufgabe der Nation in moralischem,
geistlichem und erziehungsbezogenem Fortschritt.
Die letzte Phase der zweiten großen Erweckung begann 1825 und entwickelte
sich um den großen Prediger Charles G. Finney. Er war Rechtsanwalt
gewesen, gab seinen Beruf jedoch auf um presbyterianischer Evangelist
zu werden. Er begann seinen Predigtdienst im Westen des Staates New York
und setzte viele seiner aus dem Gerichtssaal geschulten rethorischen
Mittel für den christlichen Glauben ein. Der Erfolg von Finney war
überwältigend. Er erntete damit unter den Kirchenführern zunächst einmal
Mißtrauen, doch wurde er schließlich akzeptiert und konnte weithin
predigen.
Die zweite große Erweckung lief um 1840 aus, doch schon 1857 brach eine
weitere große Erweckung, die dritte dieser Art, in New York und vielen
weiteren Teilen der USA aus. Es gab Zehntausende von Bekehrungen
und viele Freiwillige meldeten sich für die Mission. Im Jahr 1858
schwappte diese Erweckung auch hinein nach England, es gab massenhafte
Gebetsbewegungen und eine neue Aufmerksamkeit für Heiligung und Mission.
Die Skaverei bewegte das Amerika des 19. Jahrhunderts und der
Bürgerkrieg 1861-65 nahm mit den Auseinandersetzungen um die
Sklaverei ihren Ursprung. Nach dem Krieg wurde durch die Ergänzung
der amerikanischen Verfassung die Sklaverei abgeschafft. Die
Auseinandersetzung um die Skaverei ging auch mitten durch die
christlichen Kirchen des Nordens und Südens der USA. Gegen die
Sklaverei kämpften viele christliche Aktivisten, nicht wenige
Kirchen des Südens akzeptieren sie. Der Bürgerkrieg führte zu
neuen Abspaltungen von Kirchen, so daß die kirchliche Landschaft
Amerikas bis ins Kleinste zersplittert war.
In diese Zeit hinein kam Dwight L. Moody (1837-99). Er war in
eine arme Familie hinein geboren worden und wurde zunächst Schuhverkäufer.
Er war eigentlich kein besonderer Redner, doch er predigte im
Laufe seines Lebens zu etwa 100 Millionen Menschen und brachte
unzählige zur Bekehrung zu Jesus Christus. Moody gründete zwei
Schulen und ein Bibel-College und inspirierte die Gründung von
zwei christlichen Verlagen. Seine Arbeit und die weiterer
Evangelisten belebte die Energie amerikanischer Kirchen in einer
Weise, daß diese zu den dynamischsten Kräften des Christentums
im auslaufenden 19. Jahrhundert wurden.

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