
Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt? Wie haben sie gelebt? Was ist dann im Laufe von 2000 Jahren aus diesem Glauben geworden? Wie hat er sich verändert? Welche christlichen Kirchen und Gemeinden gibt es heute?

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Revolutionsturbulenzen um die Kirche in Frankreich und Europa um 1789 n.Chr.
Mit der Revolution in Frankreich 1789 geriet die katholische Kirche in
weitreichende Turbulenzen. Zunächst griffen die Revolutionäre den Reichtum
und die Korruption der Kirche scharf an. Doch sie gingen weiter in ihren
Vorstellungen über die Kirche, erklärten, daß Priester und Bischöfe
von den Laien gewählt werden sollten und begrenzten die Authorität des
Papstes über die französische Kirche (woraufhin sie vom Papst verdammt
wurden). Doch das war nur der Anfang.
Mit dem Krieg 1792 traten moderate Führer in den Hintergrund und eine
radikale Bewegung formierte sich. Die Regierung etablierte eine "konstitutionelle
Kirche" die sie fest unter ihrer Leitung hielt, die katholische Kirche
wurde unterdrückt. Die kommenden zwei Jahre sind bekannt als Regime
des Terrors, die Guillotine wurde zum Symbol jener Zeit und viele
Köpfe rollten im ausgehenden 18. Jahrhundert in Frankreich. Das Christentum
wurde verbannt und 30.000 Angehörige des Klerus ins Exil getrieben, während
man hunderte von ihnen hinrichtete. Jeder, der in irgendeiner Weise
des Noblen, Königlichen oder Klerikalen und damit des
Gegen-Revolutionären verdächtig war, wurde um einen Kopf kürzer gemacht.
Am 7. Juni 1794 wurde eine offizielle Religion der Vernunft verkündet,
die in ihrer Natur deistisch war, an ein höheres Wesen glaubte, dieses aber
nicht in dem Gott des Christentums fand. Bilder der Gottheit der Vernunft
wurden in den Kirchen aufgehängt, der Klerus bekam kein Geld mehr und
ihm wurde das Lehren verboten und die kirchlichen Feiertage wurden durch
Feste säkularer Ideale ersetzt.
Doch das Christentum überlebte. Die Säkularisierung war äußerst unpopulär
und wurde im Jahr 1795 wieder aufgegeben, als die Radikalen abgesetzt und
ein Dekret religiöser Freiheit beschlossen wurde. Im Jahr 1799 machtes sich
schließlich ein junges militärisches Genie mit dem Namen Napolen Bonaparte
zum Diktator in Frankreich. Napoleon glaubte, daß ein absoluter Herrscher
es in einem Land mit Religion einfacher habe. Da allerdings Papst Pius
VI (1775-99) keine Kompromisse machen wollte, wurde er ins Gefängnis
geworfen, wo er 1799 starb. Napoleon verhandelte eine Abmachung mit Papst
Pius VII (1800-1823), nach welcher die Kirche die Revolution anerkannte und
den ersten Konsul de facto die Kontrolle über die Kirche in Frankreich
gab, der Kirche jedoch einen beträchtlichen Einfluß ließ. Bis 1808 war
das Verhältnis Napoleons zur Kirche und Papst Pius jedoch so heruntergekommen,
daß der Diktator den Papst wieder gefangen nehmen ließ.
Im Jahr 1814 war Frankreich geschlagen und Pius kehrte triumphierend
nach Rom zurück. Napoleon hatte ungewollt das Papsttum gestärkt. Wo
immer Napoleon Länder erobert hatte, waren die nationalen Kirchen
zerstört und die Klöster und Schulen zerschlagen. Diese suchten nun
in Rom Führung und Unterstützung. Während die Päpste des 18. Jahrhunderts
sich wie Prinzen gegeben hatten, restaurierte das Leiden von Pius
VI und VII die Aura des Heiligen um den Papst und den Vatikan, was
zu einer neuen moralischen Authorität des Papstes führte. Es folgte
eine große Wiederbelebung des katholischen Glaubens in Ländern wie
Frankreich, Belgien und dem Süden Deutschlands. Es gab einen deutlich
erhöhten Kirchenbesuch, missionarische Aktivität und Einfluß der
Kirche.
Nur um die Rolle der Politik gab es heftige Auseinandersetzungen.
Viele Christen sahen sich zur Unterstützung des Liberalismus und
der Demokratie bewogen. Die Konservativen in allen Lagern sahen sich
jedoch darin bestätigt, daß radikaler Wandel nur zu Blutvergießen
und einer Zerstörung des Christentums führen würde. Dieser Konservatismus
war am stärksten in der katholischen Kirche. Nach den negativen
Erfahrungen mit den Revolutionären sollten die Päpste für über ein
Jahrhundert den Konservatismus in vielen europäischen Ländern stützen.
Papst Pius VII und seine Nachfolger waren überzeugt, die Kontrolle über
die päpstlichen Staaten erhalten zu müssen, um nicht gewalttätigen
Despoten ausgesetzt zu sein. So widersetzten sie sich allen Versuchen,
Italien in Demokratie wieder zu vereinigen. Diese Verbindung von
Thron und Altar sollte in den Revolutionsjahren von 1848
viele, die für Demokratie und Menschenrechte kämpften, von der Kirche
und ihrer Hierarchie entfremden.

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