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Das Bibelseminar wurde im Evangeliumsnetz im Laufe mehrerer Jahre aktiver Auseinandersetzung mit Besuchern und Teilnehmern der Foren entwickelt.

 

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Perspektive: Modernes Deutschland

Im folgenden finden Sie einige Entwürfe christlichen Lebens und Glaubens für ein modernes Deutschland. Es handelt sich um eine kleine Auswahl von Skizzen. Lassen Sie sich einfach einmal mit hineinnehmen in Visionen, was der Geist Gottes unter uns bewirken kann.


An den Straßenecken. Und an warmen Sommerabenden spielten sie neue und alte Anbetungslieder an den Straßenecken ... und die Menschen blieben stehen, hörten zu oder sangen mit.


Jesus loves me. Ein Mann im dicken BMW hielt am Straßenrand. Während er ausstieg, brummelte er leise vor sich hin. ''Das kann doch nicht so weitergehen. Da muß ich doch einfach mal anhalten, Jesus.'' Der ältere Herr schlenderte zu dem Penner an der Ecke und sprach ihn an. ''Sag mal, hast du schon gegessen heute Abend? Ich lade dich ein - es gibt da einen guten Italiener um die Ecke.'' Und einen Augenblick später konnten die anderen Passanten die beiden gemeinsam mit dem BMW um die nächste Straßenecke biegen sehen. Und sie entdeckten auch den kleinen Aufkleber über dem Nummernschild: Jesus loves me ... and you!


Sag mal, Susi, du hast die verändert. ''Sag mal, Susi, irgendwie hast du dich verändert.'' meinte die hübsche junge Dame im Straßencafe zu ihrer Freundin. ''Was meinst du denn, Beatrice?'' Susi beugte sich aus Interesse ein wenig vor, um Beatrice besser folgen zu können. ''Nun, du bist soviel gelöster als noch vor einiger Zeit. Wie kommt das nur ...?'' Susi strich sich mit der Hand ihre langen Haare aus der Stirn. ''Ja, weißt du ...'' - einen Augenblick zögerte sie, nach passenden Worten suchend. ''Es sind alle gelöster und freundlicher geworden, seit wir mit Jesus leben, findest du nicht?'' Beatrice nickte, während ihr klar wurde, wie sehr Susi hier ins Schwarze getroffen hatte. Dieses Land hatte sich wirklich verändert durch den lebendigen christlichen Glauben.


Auch der Haß auf die Ungerechtigkeit verzerrt die Züge. Karl war seit Jugend als faul verschrien. Schon im Kindergarten ließ er sich nur schwer dazu bewegen, aktiv und mit Initiative irgendetwas Sinnvolles zu tun. Diese Wesensart hatte sich in der Schule fortgesetzt und brachte Karl nicht viel Vergnügen mit Noten und dem Urteil seiner Lehrer und Eltern. So schloß er sich bald einer Truppe von Prahlern und Unruhestiftern an, einfach weil er dort nichts zu tun brauchte, um etwas zu gelten. Karl war inzwischen 15 und auf dem besten Weg, aus der Schule herauszufliegen wegen seiner schlechten Noten und seines Verhaltens.

An diesem Morgen war die erste Stunde der Deutschunterricht. Werner Fassner unterrichtete die Klasse seit zwei Jahren - und er hatte es kaum erlebt, daß Karl seine Aufgaben auch nur halbwegs ordentlich erledigt hätte. Doch diesmal war alles anders. ''Wer möchte etwas über die Literatur im zweiten Weltkrieg erzählen?'' ''Ich möchte!'' meldete sich Karl. Und während Werner Fassner noch mit seinem Erstaunen beschäftigt war, begann Karl zu erzählen, was er am Abend vorher gelesen hatte - zu aller Krönung waren es Zitate aus dem Lehrbuch. ''Auch der Haß auf die Ungerechtigkeit verzerrt die Züge.'' Zitate von Berthold Brecht. ''Wissen Sie'', begann Karl zu erzählen. ''das kenne ich. Ich kenne diesen Haß - auf die Leute, die mich nicht schätzen. Ungerecht finde ich das! Aber es macht mich nicht hübscher, wenn ich darüber in Rage gerate. Und es nützt auch nichts. Es ist ja nicht mein Fehler.''

Werner Fassner war Profi genug, um sich vor der Klasse nichts anmerken zu lassen. Aber er war doch etwas verstört. Da Karl recht ruhig schien, fragte er nach: ''wie kommst du denn darauf?''.

''Wollen Sie das wirklich wissen?'' fragte Karl. ''Das geht nicht in einem Satz.'' Und Karl wunderte sich offensichtlich selbst über seinen Mut, hier vor der Klasse solche Themen anzuschneiden. ''Erzähl, wir haben Zeit'', entschied Werner Fassner, der sich etwas wieder gefangen hatte.

Und dann begann Karl von den letzten Tagen und Wochen zu erzählen. Er hatte einige überzeugte junge Christen kennengelernt. Und diese Jugendlichen hatten ihm eine Begegnung mit Jesus ermöglicht. Eigentlich war es zuerst nur ein Lesen der Bibel gewesen. Aber bald schien es Karl, als würde Jesus aus dem Buch heraussteigen, und ganz lebendig in sein Leben hineintreten. Und er begann, etwas mehr von sich selbst zu verstehen. Er entdeckte den Haß, von dem auch Bert Brecht etwas zu sagen wußte. Und viele Blockaden fielen von ihm ab, so daß er seine Geschichte jetzt sogar vor der ganzen Klasse voller Begeisterung erzählen konnte.

In der Pause nach dieser Stunde war Karl umlagert von einigen Mitschülern. Sie wollten einfach mehr hören. Einige fanden seinen Mut cool. Karl stand mit einem mal im Mittelpunkt, nur weil er wirklich etwas ernsthaftes v o n s i c h erzählt hatte, weil er die Mauern eingerissen hatte, die selbst die Teens schon voneinander trennt.


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2004-08-13

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