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Harry Potter
Teil 1. Der Retter der Welt Mitten hinein in eine trockene Welt der Wissenschaft und Bürgerlichkeit, mitten in diese Welt der "Muggles", der normalen Leute ohne viel Phantasie aber mit um so mehr Gewöhnlichkeit und Gemeinheit kommt ein ehrlicher und unschuldiger Harry. Etwas Ungewöhnliches zeichnet ihn aus: Harry ist Zauberer. Aber das ist nicht alles, Harry ist nicht irgendein Zauberer, sondern er hat als Säugling auf wundersame Weise den Fluch des bösen Voldemort überlebt und so das Böse besiegt. So kennt jeder Zauberer den Namen Harry Potter.
Wie kommen wir dazu, uns im Evangeliumsnetz mit Harry Potter zu beschäftigen? Nun, genauso wie wir uns mit Gerhard Schröder oder Edmund Stoiber beschäftigen, wie uns die Cebit interessiert oder die Ergebnisse der Altertumsforschung, interessieren wir uns dafür, was es an spannenden und neuen Dingen in unserer Welt gibt.
Harry Potter ist ein klein wenig ein besonderer Fall: da ist diese Sache mit der Zauberei. Und da wollen wir in den kommenden Tagen einmal nachfragen. Was macht Harry Potter da eigentlich. Was sagt die Bibel zum Thema. Können wir das heute verstehen und einordnen?
Ein kleiner Einstieg: Harry Potter ist ein Retter. Er hat die Welt in seiner Unschuld schon als kleines Baby gerettet - J.K.Rowling erzählt immer wieder von der Mutterliebe, die dies möglich gemacht hat: Rettung durch Liebe und Unschuld vor dem Bösen. Sie arbeitet damit mit alten christlichen Bildern, mit einem versteckten Abbild des Evangeliums von Jesus Christus. Nur daß in diesem Buch die Rettung sich in Harry Potter, der fiktiven Gestalt, personifiziert. Insofern kann man an Harry auch einiges von Jesus Christus und dem christlichen Glauben erklären, denn Jesus ist die historische Person, in der Gott sich voll und ganz zeigt und durch die Gott Menschen hineinholt in sein Reich. Jesus ist wahrhaft unschuldig. Und Jesus geht auf alle Menschen unvoreingenommen und positiv zu. "Harry, du hast schon einige Züge eines kleinen Christus!"
Teil 2. Gott will dich erreichen, Harry! In drei kurzen Artikeln beleuchten wir den Harry von der Bibel her. Er ist ein sympatischer Kerl ... offen und keinem gegenüber voreingenommen. Und Harry hat Mut, keinen Übermut, aber er geht furchtlos voran, wenn es drauf ankommt. Als er im dritten Band den Dementors gegenübersteht, diesen Wächtern der Zauberwelt, die jedem anderen Wesen alle positive Lebensenergie entziehen ... da kann man wirklich mit Harry mitzittern. Bei Harry kommen dabei die traumatischen Erlebnisse als Säugling hoch ... und doch gelingt es ihm am Ende, Kraft zu schöpfen aus der Liebe zu seinem Vater.
Der Harry Potter ist schon ein ziemlich untadeliger Typ, eine Art 'normaler Held'. Er ist nett, berühmt, leidet unter der Borniertheit der Menschen so wie du und ich. Und er ist ein Sieger, mit dem man gerne mitsiegt - wohl auch weil er letztlich so wenig dazu tut, sondern nur das Naheliegende und Richtige tut - das Menschliche.
Etwas sehr Wichtiges muß man aber auch sagen: "Harry, in deiner Welt der Muggles und Zauberer, da ist Gott verloren gegangen. Ihr alle, so wie euch J.K.Rowling beschreibt, ihr habt den Schöpfer aus den Augen verloren. Kennt ihr die Geschichte von Jesus Christus? Habt ihr schon einmal etwas von den Wundern Gottes gehört - dem tieferen und weitergehenden Zauber des Schöpfers, der ein Wort spricht und es geschieht? Habt ihr von Jesus gehört, der Wunder tut ohne Zauberstab und Zauberspruch? Habt ihr von dem heiligen Geist gehört, vor dem die Angstwesen jeder Art keine Macht haben? Kennst du die Engel Gottes, Boten des Lichts?
Harry, du bist da in einer spannenden Geschichte. Doch Gott hat sich etwas anderes für den Menschen gedacht als das Abdriften in eine Zauberwelt. Ich weiß, du lebst mitten drin, aber denk doch trotzdem mal drüber nach! Seine Wunder - ich meine GOTTES Wunder - sind ebenso spannend wie die Verwandlungen und Möglichkeiten auf Hogwarts. Harry, sieh doch Gott, der auch dich erreichen möchte. Du sollst ja nicht werden wie diese Muggles, wie die Spießer und Kleinbürger. Du sollst deine Spontanität behalten, deine Offenheit für die Menschen. Durch die Zauberei kommst du nur in die Abhängigkeit von vielen dunklen Mächten. Bei Gott aber kommst du in die Abhängigkeit des Lichts. Denk mal drüber nach, Harry!"
Teil 3. Was ist mit der Zauberei? In drei kurzen Artikeln beleuchten wir den Harry von der Bibel her. Am ersten Tag haben wir uns mit den positiven Eigenschaften von Harry beschäftigt - mit Harry als Held. Gestern haben wir festgestellt, daß in Harries Welt Gott nicht vorkommt, daß Gott aber jeden Menschen zu erreichen sucht. Heute geht es noch einmal genauer um die Zauberei. "Zauberei ist Gott ein Greuel" heißt es in der Bibel. Warum eigentlich?
Paulus nennt im Galaterbrief, Kapitel 5, die Zauberei neben anderen Dingen als etwas genannt, von dem sich ein Christ oder eine Christin fernhalten soll. Zauberei und Götzendienst meint all das, wo Menschen sich der von Gott gelösten Mächte bedienen, um ihr Leben zu gestalten.
Warum ist Zauberei Gott ein Greuel? Die Antwort ist relativ einfach: Gott ist all das ein Greuel, welches nicht die Wirklichkeit sieht, wie sie ist. Gott ist eine Realität. Seine Allgegenwart, Liebe, Heiligkeit, Güte, Geduld und Treue sind da. In der Wirklichkeit sind die Macht Gottes, die Wunder seiner Gegenwart, der heilige Geist, der Frieden Christi, die tiefe Demut und Liebe Jesu.
Weil Zauberei sich der Mächte bedient, die nicht zu Gott gehören, weil sie Menschen von Gott weiter entfremdet, darum ist alle Zauberei Gott ein Greuel - auch wenn sie sich als "weiße Magie" sieht, als "gute Zauberei". Gott ist nicht ungerecht, daß er nicht das Gute in jedem Menschen sehen würde, ebenso wie das Gemeine und Böse. Gott kennt die Zerrissenheit des Menschen zwischen Gut und Böse - und er erlöst den Menschen eben dort durch seinen Sohn Jesus, durch Liebe und Glauben. Darum sucht Gott das Vertrauen, die Liebe und den Glauben jedes einzelnen Menschen in allen Belangen seines Lebens.
Abschluß
Harry Potter ist ein gutes Buch in meinen Augen. Es ist spannend. Es motiviert zum Guten, zur Zivilcourage, zur Kritik von vorgegebenen Verhältnissen. Harry bringt Menschen dazu, die Welt mit ihren Wundern in den Blick zu nehmen. Nur leider bleibt es dabei in einer Phantasiewelt, in der Gott nicht vorkommt. Es ist ein schönes Märchen - aber wie sieht denn unsere Realität aus? Es ist mein Eindruck, daß Harry Potter für viele Kinder und Erwachsene wie ein Überdruckventil arbeitet und unsere Phantasie befreit, weil wir in unserer Wissenschaftlichkeit diese Phantasie verhungern lassen. Es ist aber auch ein wenig Flucht aus der Realität in diese Phantasiewelt. Ich denke, daß die Realität auch ohne Hogwards voller Wunder ist - wenn Harry Potter dazu beiträgt, daß wir dies wieder entdecken, bin ich zufrieden mit diesem Buch. Ganz abgesehen davon habe ich bisher alle Bände (in English) gerne und mit Spannung gelesen.
Ach ja, noch ein Satz zum Abschluß: Gottes Gegenwart ist spannender als Harry Potter!
Roland Potthast |
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