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Denken, Vermuten und Glauben
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Sie haben sich mit uns auf den Weg gemacht,
Gott kennenzulernen!
Wir sind auf dem Weg in und durch das Land des Glaubens.
Wir haben auch davon gesprochen,
daß unser Glaube begründet
und daß es ein vernünftiger Glaube sein soll!
Es ist darum wichtig,
daß wir uns die Bedeutung des Wortes 'Glauben' klarmachen,
wie ihn die Bibel versteht.
Auch umgangssprachlich
hat 'Glauben' verschiedene Bedeutungen!
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Vermuten
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1. 'Glauben' wird benutzt im Sinne von Vermuten.
'Weißt du, wo dein Vater gerade ist?'
fragt die Mutter die Tochter.
'Ich glaube, er ist im Garten!'
antwortet diese.
Das vermutende Glauben ist verschieden von dem,
was die Bibel als christlichen Glauben kennt!
Wir werden das bald genauer sehen!
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Für wahr halten
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2. Wir sagen, daß wir etwas 'glauben',
wenn wir es 'für wahr halten'.
Wir glauben zum Beispiel,
daß es kleine Teilchen gibt,
die wir Elektronen nennen:
wir halten es für wahr!
Kaum jemand von uns hat das je in seinem Leben nachgeprüft,
nur wenige Menschen können den
vollen wissenschaftlichen Prozess nachvollziehen,
der die Gemeinschaft der Wissenschaftler
zu dieser Einsicht gebracht hat.
Wir glauben den Ergebnissen der Wissenschaft.
Wir werden feststellen,
daß dieser für wahr haltende Glaube
auch ein Moment christlichen Glaubens ist,
so wie er bei wissenschaftlicher Arbeit
und im Alltagsleben vorkommt.
Doch christlicher Glaube erschöpft sich nicht
in dieser Art des Glaubens!
Man wird nicht dadurch zum Christen,
daß man bestimmte Dinge über Gott
oder über Jesus Christus für wahr hält!
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Ideale
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3. 'Glauben' wird benutzt, wenn es um Ideale geht.
Jemand 'glaubt' an die Menschlichkeit.
Oder jemand "glaubt" an die Menschenrechte,
die Liebe, den Fortschritt,
an einen herausragenden Menschen...
'Ich glaube an etwas...' heißt dann:
es ist mein Ziel, mein Ideal, mein Leitbild!
Der christliche Glaube kennt das auch:
Christen 'glauben' in diesem Sinne an Jesus Christus,
an Gottes Liebe, an Gottes Gebote ...
Und doch macht dieser ideelle Glaube
einen Menschen noch nicht zum Christen!
Dieser ideelle Glaube ist Teil
und Folge des christlichen Glaubens,
doch die Bibel meint etwas anderes,
wenn sie vom Glauben an Jesus Christus spricht!
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Vertrauen
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4. Das Wort 'Glauben' bedeutet im Neuen Testament
Vertrauen!
Auch das kennen wir heute in der Umgangssprache.
Ich vertraue jemandem, ich glaube ihm.
Ich halte das für vertrauenswürdig,
was er sagt und zusagt.
Das biblische Glauben hat viel von diesem persönlichen Vertrauen,
welches wir mit dem Satz 'ich glaube ihm' zeigen.
Glaube ist das Vertrauen in die Person Jesus Christus!
Doch christlicher Glaube geht in seinem Vertrauen weit hinaus
über das gewöhnlich Vertrauen einem Mitmenschen gegenüber!
Unser Vertrauen in andere Menschen
bezieht sich immer auf Teilbereiche.
Es hat seine Schranken an den menschlichen Grenzen des anderen!
Biblischer Glaube geht über diesen
menschlich vertrauenden Glauben hinaus!
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Biblischer Glaube
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5. Lassen Sie uns einen biblischen Glaubensbericht kennenlernen!
Im Evangelium des Mattäus heißt es (Matthäus 8, 5-13):
Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging, trat ein
Hauptmann zu ihm; der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und
ist gelähmt und leidet große Qualen. Jesus sprach zu ihm: Ich will
kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich
bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein
Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn auch ich bin ein Mench, der Obrigkeit
untertan, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so
geht er; und zu einem anderen: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu
das!, so tut er's. Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu
denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich
in Israel bei keinem gefunden! ... Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin;
dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und der Knecht wurde gesund zu derselben
Stunde.
Wir möchten einfach einige Momente festhalten,
die zum Glauben des Hauptmanns von Kapernaum gehören!
Wir werden diese Momente immer und immer wieder finden,
wenn wir uns mit dem Glauben an Jesus Christus
beschäftigen, so wie er uns in der Bibel begegnet.
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1. Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging,
Der christliche Glaube beginnt damit,
daß Gott sich aufmacht in unsere Nähe!
Gott kommt uns in Jesus Christus entgegen! |
2. trat ein Hauptmann zu ihm; der
bat ihn ...
Gott hat uns eingeladen,
nun dürfen wir Gott antworten!
Christlicher Glaube braucht die Antwort des einzelnen Menschen.
Der Hauptmann spricht Jesus an,
er nimmt eine Beziehung zu ihm auf,
er sagt: Jesus, ich brauche dich!
Es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum
christlichen Glauben, Gott anzusprechen
und eine Beziehung zu ihm aufzunehmen!
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3. Herr, mein
Knecht liegt zu Hause und ist gelähmt und leidet große
Qualen.
Am Anfang christlichen Glaubens steht die Einsicht,
daß wir Gott brauchen: Selig sind, die ihre Armut erkennen!
Der Hauptmann ist ein Realist, er erkennt das Problem,
er sieht die Qual, er öffnet sein Herz für seinen Knecht!
Und der Hauptmann wendet sich an Jesus!
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4. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der
Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter
mein Dach gehst,
Es kann keiner Christ werden oder sein,
der nicht Gottes Heiligkeit erahnt,
der nicht sich selbst an dieser Heiligkeit mißt,
und der seine Chancenlosigkeit erkennt!
Der Hauptmann erkannte Jesus!
Er erkannte den, der von sich sagen konnte:
'ich bin sanftmütig und von Herzen demütig'!
Und der Hauptmann spricht klar aus:
Jesus, ich habe dich nicht verdient!
Der Hauptmann bekennt seine Unzulänglichkeit!
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5. sondern sprich nur ein Wort, so wird mein
Knecht gesund.
Der Hauptmann vertraut dem gesprochenen Wort Jesu Christi.
Hören wir genau hin!
"... sprich nur ein Wort, so wird ..."
Damit meint er auch:
Gott sind alle Dinge möglich.
Gottes Sohn Jesus sind alle Dinge möglich.
Christlich Glauben bedeutet:
sich auf das Wort Gottes einzulassen,
sich von ihm ansprechen zu lassen.
Das beinhaltet auch:
auf Gottes Wort zu antworten,
auf Gottes Wort hin loszulaufen,
zu vertrauen,
zu handeln im Vertrauen,
und dabei Gottes Gegenwart und Möglichkeiten zu erfahren.
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6. Denn auch ich bin ein
Mench, der Obrigkeit untertan, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu
einem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem anderen: Komm her!, so kommt er;
und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut
er's.
| Der Hauptmann erkennt die Herrschaft Jesu!
In der Bibel finden sich viele Titel und Bilder
für die Herrschaft des Sohnes Gottes.
Jesus ist der 'König', dem Gott alles Macht gegeben hat,
'der Erste und der Letzte', der 'helle Morgenstern',
der 'Heiland' und 'versprochene Retter',
'Gott selbst, der sein Volk besucht'!
Der Hauptmann sieht die Herrschaft Jesu,
er erkennt sie, und er vertraut sich ihr an!
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7. ...
Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast.
Und der Knecht wurde gesund zu derselben
Stunde.
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| Wir möchten einige der Momente noch einmal sammeln.
Christlicher Glaube bedeutet,
auf das Wort Jesu Christi zu antworten,
eine Beziehung zu Jesus aufzunehmen und im Vertrauen zu handeln.
Christlicher Glaube ist das sich anvertrauende Bekenntnis
zum Sohn Gottes und zu seiner Herrschaft.
Ein erster Schritt zum christlichen Glauben ist es,
etwas von Jesus Christus kennenzulernen.
Das kann durch die Bibel geschehen,
oder durch die Berichte anderer Menschen!
Dann können wir Gott im Gebet antworten.
Dann können wir beginnen,
Erfahrungen mit Jesus zu machen!
Wir können uns auf Gott und seinen Sohn Jesus einlassen,
und tun, was er uns sagt.
So lernen wir, Gott und seine Möglichkeiten zu erfahren.
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Der Weg durch das Land des Glaubens
ist damit klarer zu erkennen!
Sie werden erstaunt sein, wie viele Entdeckungen Sie
auf unserer weiteren Reise machen können!
Seminaraufgabe Station 6:
Wir halten es für wichtig, daß Sie die Bibel
in die Hand nehmen und sich persönlich damit vertraut machen!
Darum die Aufgabe: Nehmen Sie sich einen vollen Abend,
um einen größeren Abschnitt aus einem der Evangelien zu lesen!
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