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Bild von Claudia Städeli-Morf

Hier finden sie jeden Monat eine neue Geschichte. Manchmal ist sie erfunden und oft auch erlebt. Manchmal zum Nachdenken, häufig zum Schmunzeln.

 

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Story des Monats April


Keramikhuhn zu Ostern

 

 


Heute ist Jahrmarkt. Mit voll bepacktem Fahrrad passiere ich auf dem Nachhauseweg die Marktstände mit dessen Auslagen. Über Mittag treffe ich unterwegs nicht allzu viele Leute an. Doch halt! Sie scheinen mich dennoch plötzlich von allen Seiten zu bedrängen. Mit mehr oder weniger abschätzenden, auffälligen Blicken schauen sie auf mein beladenes Velo. Ich schiebe es durch das Gedränge langsam vor mir her. Kinderwagen werden akzeptiert nicht aber Fahrräder. Bei einer bekannten Künstlerin bewundere ich deren Keramikkugeln. Andere Kunsthandwerke sind liebevoll auf dem weissen Tuch des Marktstandes angeordnet. Einige kleinere und grössere Keramikhühner zeigt sie in einem mit Stroh ausgepolsterten, alten Eisenöfeli. Zwei davon hocken auf der geöffneten, heruntergeklappten Ofentüre. Weil ich mich mit meinem Drahtesel etwas zu breitbeinig vor den Stand hingestellt habe, versuche ich leicht auf die Seite zu rücken und berühre dabei den Ofen. Zu meinem grossen Schrecken fallen zwei Hühner auf den Boden. Das heisst, eines von beiden kann jemand neben mir noch vor dem Aufprall retten. Das andere rollt unter den kleinen Ofen. Man kann keine fehlenden Splitter oder Scherbenteile feststellen. Trotzdem ist mir die Situation sehr peinlich. Eine Frau neben mir - sie hat mich ohnehin auf der Picke - will unbedingt eine Scherbe finden. Doch meine liebe Künstlerin beruhigt mich. Sie kann nichts dergleichen sehen.

Geknickt begebe ich mich auf den Heimweg. Hätte ich das Huhn nicht besser kaufen sollen? Vielleicht hat es einen Sprung, der nicht sichtbar ist?! Aber was soll ich mit einem Huhn anfangen das fünfunddreissig Franken oder zweiundzwanzig Euro kostet? Ich kenne niemanden, der daran Freude hätte. Soll ich es auf dem Balkon oder auf dem Grab meines Mannes aufstellen? Ich finde es zwar sehr schön aber trotzdem nicht passend.

Wie gut, wenn man hören darf: „es ist nichts passiert“. Es gibt keine Schuld. Alles ist gut. Aber glauben muss man es! Nicht so wie ich, die ich mir entgegen anderweitiger Versicherung immer wieder ein schlechtes Gewissen einredete!

Wollen wir nicht viel lieber der Bibel glauben, die uns in Jeremia 31,34 und an vielen anderen Stellen in der Bibel verspricht:

„Ich verzeihe ihnen ihre Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr“.

Das sagt ER dir und zu mir, wenn wir unsere Lasten zu IHM, nämlich zum Herrn Jesus, bringen.



Claudia Städeli-Morf für das





 

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