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Hier finden sie jeden Monat eine neue Geschichte. Manchmal ist sie erfunden und oft auch erlebt. Manchmal zum Nachdenken, häufig zum Schmunzeln.
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Story des Monats Februar 1999 Die letzte Woche Der morgen graute und auch ihm graute es vor dem neuen Tag. Schon wieder aufstehen, schon wieder zum Marktplatz gehen, schon wieder dort stehen. Es wunderte ihn sowieso, dass an dem Platz, der ihn immer aushalten musste, nicht schon die Silhouette seines Schattens eingebrannt war. Für einen 20 jährigen hatte er, durch das Warten in der Sonne und die Arbeit im Freien, die Haut eines alten Mannes. Er wusch sich, betete zu einem Gott den er nicht kannte und machte sich auf den Weg in die Stadt. So begann jeder seiner Tage, die ihm nicht nur nutzlos sondern auch extrem anstrengend vorkamen. Wie auch immer, auch dieser Tag ist ein weiterer unbedeutender Schritt auf dem Weg des Lebens. "Und jeder weiss doch, wo dieser Weg hinführt!", dachte er laut. Neben ihm antwortete jemand: "Hm-m, nach Jerusalem geht er!" und sah ihn an mit müden und hoffnungsverlassenen Augen an. Der Mann war etwa im gleichen Alter wie er, sah aber für seine Begriffe viel bemittleidenswerter aus als er selbst. Allerdings war er sich auch nicht ganz sicher, ob das nicht etwa ein Versuch seiner Gedanken war sich selbst zu trösten. Jedenfalls, wenn das seine Absicht hinter diesen Gedanken war, dann führten sie nicht zum Ziel. In der Stadt angekommen ging er auf den Marktplatz, um wie immer darauf zu warten, dass ihm jemand Arbeit anbot. Hier war er nun wieder an seinem angestammten Platz und beobachtete die Menschen, die über die Treppen der Altstatt gingen. Um ihn herum das Geschrei der Bauern, die ihre Produkte anboten. Hier einer mit Oliven, dort einer Öl und von ferne ein Kollege mit besonders gesegneten Stimmbändern Feigen. Obwohl alles war wie immer spürte er eine Spannung und ein Knistern in der Luft. Irgendetwas würde heute besonderes sein. Die Menschen um ihn herum verhielten sich anders als sonst. Sie schienen alle geschäftiger als sonst. Sie erwarteten offensichtlich, dass heute etwas besonderes passiert. Viele tuschelten an den Straßenecken andere waren in besonderer Kleidung, wie sonst nur am Sabbat. Er wurde zunehmend neugieriger und hielt es schließlich nicht mehr aus, dass alle mehr zu wissen schienen als er. Also fragte er den nächstbesten Passanten, was heute los sei und warum eine solche Stimmung in der Stadt sei. Dieser Antwortete: "Hast Du noch nichts von dem Nazarener gehört? Dem Lehrer und Propheten? Manche sagen er sei größer als Elia." Und er fragte zurück: "Warum glauben die Menschen das?". Aber der Passant war schon wieder in der Menschenmenge verschwunden. Plötzlich hörte er leise die typischen Geräusche einer großen Menschenmenge. Er konnte nicht verstehen, was sie riefen oder aus welcher Richtung das Rufen kam. Als er die Prozession ganz am Ende der Straße sah, stieg die Anspannung in ihm und er schaute gebannt auf das geschehen. Meter für Meter kamen Sie nähern und in der Mitte konnte er den Mann erkennen, um den sich alles versammelte und dem alle zurufen. Jetzt war die Menge nur noch 10 Meter von ihm entfernt und er hörte sie Rufen Hosianna, Jeshua, dem Sohn Davids. Er blickte ihm mitten ins Gesicht - ein echter Prophet, ein Mann Gottes, vielleicht der versprochene Retter, der Sohn Davids - König der Juden? Er schaute genau hin, sah einige Falten in einem freundlichen aber bestimmenden Gesichtsausdruck. Aber da war noch etwas. Etwas wie Trauer oder Angst in seinem Blick. Die Menge feierte ihn und legte Äste von Palmen vor den Esel, auf dem Jeshua der Sohn Josephs ritt. Plötzlich kreuzen sich ihre Blicke. Dieser Blick gab ihm das Gefühl als ob er nichts verbergen konnte und dennoch das Gefühl von Wärme und Wertschätzung, ja sogar Liebe. Für eine Sekunde lächelte er ihn sogar an. Er hatte nur noch einen Gedanken: "Hinterher und herausfinden wer dieser Mann ist, der ihn soeben angeblickt hatte." Fortsetzung folgt… Alexander Röhm für das |
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