![]() |
|
|
| Evangelium.de > neu & aktuell > Geschichten und Berichte > Geschichtenarchiv > 1999 > Viel geleistet und doch nicht "gut" > | |||||||||||||
Hier finden sie jeden Monat eine neue Geschichte. Manchmal ist sie erfunden und oft auch erlebt. Manchmal zum Nachdenken, häufig zum Schmunzeln.
|
Story des Monats Mai 1999 Viel geleistet und doch nicht "gut" Zufrieden warf ich die Überweisung für die Indien-Spendenaktion in den Briefkasten meiner Bank. "250 Mark für ein Waisenhaus in Bombay, was die alles mit dem Geld anfangen können, das ist ja bei uns kaum noch was wert", dachte ich. Jedes Jahr um die Weihnachtszeit spendete ich diesen Betrag, macht schließlich auch einen guten Eindruck bei meinem Steuerberater, denn dann sieht er nicht nur meine 80 000 Mark Jahreseinkommen auf den Unterlagen, sondern auch die gespendeten 250 Mark zum Jahresende. Ich schlenderte durch die überfüllte Fußgängerzone und wunderte mich, daß so viele Menschen unterwegs waren. Die meisten tauschten bestimmt ihre Weihnachtsgeschenke um. An einem Straßenmusikanten aus der Ukraine hielt ich an und hörte ihm eine Weile zu. "Na ja, heute darf es ruhig mal was mehr sein, also ich gebe ihm fünf Mark, ach und der Nachbarin meiner Eltern wollte ich auch noch ein paar Gubor-Pralinen kaufen, denn solchen Luxus kann sie sich als Sozialhilfeempfängerin nicht leisten", kam mir in den Sinn. "Ich hoffe, der liebe Gott wird mir dafür einen Ehrenplatz im Himmel freihalten", ging mir durch den Kopf," Jesus hat schließlich auch den Armen und Elenden geholfen. Ich ging in Marktkirche der Innenstadt mit der Intention, mich dort mal blicken zu lassen und um ein paar Postkarten, Kerzen oder anderen Kram zu kaufen, denn die Kirche braucht auch immer Geld. Im Innenraum der Kirche stand ein großer, herrlich geschmückter Weihnachtsbaum. Eine Gruppe junger Leute saß mitten in der Kirche, sie aßen Kekse und tranken Kakao zusammen, sie lachten, sangen Lieder und unterhielten sich eine Weile – ich setze mich einfach in die letzte Bank und schaute ihnen zu, irgendwie wirkten sie anziehend auf mich. Keine Kerzen zum Anzünden, keine Postkarten zum Mitnehmen, nichts, wo ich meine zwei Mark loswerden konnte. "Seltsam", dachte ich, keine Bettelplakate und kalte Kirchenbänke, sondern solch eine familiäre Atmosphäre hab ich noch nie in einer Kirche erlebt....na ja, ich war auch über neun Jahre in keinem Gotteshaus mehr. "Hallo, warum setzten Sie sich nicht zu uns und trinken einen Kakao mit uns, ich sehe sie schon so lange alleine hier hinten sitzen", rieß mich plötzlich eine sympathische Stimme aus meinen Gedanken. Aus Nervösität und Überraschun fielen meine zwei Mark auf den Boden. "Ich, ich wollte eigentlich nur ein paar Mark spenden, ja, ich wollte Ihnen und Ihrer Kirche mal was Gutes tun", erwiderte ich. "Oh, das ist ja nett, wir freuen uns natürlich über jede Hilfe, die wir von außen bekommen, vielen Dank, ich heiße übrigens Lars", sagte der junge Mann lächeln zu mir. "Ja, Jürgen ist mein Name, es ist mir eine große Ehre...ja...ich meine...Gutes tun ist mir immer wichtig...ja...aber warum soll ich nicht einen Kakao trinken ...ich werden ihn auch bezahlen", stotterte ich unsicher. Wir setzten uns hin und binnen kurzer Zeit hatte ich einige Leute kennengelernt, die mich nicht bekehren wollten, sondern mir einfach nur ihr Interesse an mir zum Ausdruck brachten und locker über Gott und die Welt redeten. Ich vergaß die Zeit und fühlte mich echt wohl - und das in einer Kirche! "Weißt Du eigentlich, daß Gott Dir auch ein Geschenk gegeben hat, ohne daß Du ihm etwas zurückgeben oder bezahlen mußt?, fragte mich Lars. "Ohne was zu bezahlen, nein das kann nicht sein, ich weiß nicht, was Du meinst", antwortete ich. "Weißt Du, weil wir von Gott durch unsere Fehler, Schuld, die Bibel nennt es Sünde, getrennt sind, hat er uns seinen Sohn Jesus Christus geschenkt. Weißt Du Jürgen, wir können von uns selber aus nicht gut sein, müssen wir auch nicht, jeder macht Fehler, dazu sind wir Menschen. Aber gerade dafür ist Jesus am Kreuz gestorben, für all, ja alle Schuld, die wir verbockt haben und die wir in Zukunft noch tun werden. Wer an Jesus glaubt, wird frei davon und vor Gott als guter und geliebter Mensch dastehen", erzählte Lars. "Ach die kleinen Steuersünden, oder mal eine Nacktzeitschrift durchblättern, das macht doch jeder Mann", sagte ich," aber nicht jeder spendet zu Weihnachten mal ein paar Mark." " Darauf kommt es Gott nicht an, durch Spenden oder sonstige gutgemeinte Aktivitäten werden wir vor Gott nicht gerecht, ich meine, es ist nicht falsch, anderen zu helfen, Gott freut sich darüber, aber trotzdem sind wir nicht fehlerfrei. Ich verstehe nicht, warum Menschen Jesus ablehnen, weißt Du, er macht Dich frei, und durch eine persönliche Beziehung zu Gott kannst Du ihn in Deinem Alltag wirklich erleben, nicht nur sonntags, sondern er wird persönlich zu Dir reden, durch Menschen, im Gottesdienst oder durch die Bibel...Gott ist treu und er liebt Dich, so wie Du bist, deswegen hat er seinen Sohn für Dich gegeben – dafür mußt Du nicht versuchen, aus eigener Kraft ein guter Mensch zu sein", redete Lars weiter. Ich war überfordert mit all dem Gesagten, fühlte mich aber nicht von Lars bedrängt. Irgendwie war ich sauer darüber, daß meine ganzen guten Taten anscheinend nicht ausreichen, einen Ehrenplatz im Himmel zu bekommen ... dann dieser Jesus als ein Geschenk für mich...meine persönlichen Fehler...mit kamen einige Sachen in den Sinn. Über diese Begegnung mußte ich noch lange nachdenken, und wenn ich heute zurückblicke, dann hat sie mein ganzes Leben verändert. Alexander Röhm für das |
Impressum Die Geschichten dürfen unter einem Verweis auf das Evangeliumsnetz www.evangelium.de gerne weitergegeben werden. |
|||||||||||
|
anker.com | hilfswerke.de | auftanken.de | schrei.de | biblechat.de | gebetsanliegen.de | jugendcenter.de © Evangeliumsnetz e.V., Deutschland |