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Das Herz als Kern unseres Wesens

Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung.

Matthäus 15, Verse 18 und 19

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"Wenn einer klüger ist als wir, das macht uns selten nur Pläsier (Freude), doch die Gewissheit, dass er dümmer, erfreut fast immer!"

So reimte der Hurmorist Wilhelm Busch, und wenn ich an diesen Reim denke, muss ich mich manchmal schämen, im Gegensatz zu früher, wo ich darüber lachen konnte, weil er so treffend die Art unseres Herzens beschreibt.

Warum sind wir nur so fies? Es befriedigt uns, wenn wir "wissen" - oder besser: zu wissen meinen - dass andere dümmer sind als wir, weil das ein Überlegenheitsgefühl vermittelt und damit unserer Ichhaftigkeit schmeichelt.

Was ist denn der erste Impuls, wenn wir erfahren, dass unser bester Freund einen Sechser mit Zusatzzahl im Lotto hatte? Der erste Impuls, der blitzschnell und unkontrolliert aufsteigt, ist Neid: "Warum gerade der und nicht ich?" Erst danach setzt das rationale Denken ein und wir können dem Freund ehrlich gratulieren! Wirklich ehrlich?

In der Bibel geht es weniger um Seele und Geist, über die man gerne spekuliert und sinniert, ob sie wohl unsterblich sind und was beim Sterben mit ihnen geschieht.

In der Schrift geht es um etwas ganz anderes. Um das Herz des Menschen. Nicht das Herz, als Blutpumpe, sondern um das Herz als den innersten Wesenskern des Menschen, als das, was den Menschen ausmacht.

Und wenn man eine Konkordanz zur Hand nimmt und das Stichwort "Herz" aufschlägt, findet man zu einer riesigen Zahl von Bibelworten, wo es um das finstere, das fröhliche, das betrübte, das reine, das feine, das falsche, das steinerne und was es da noch so mehr an Herzen gibt, geht. Das Herz ist, so gesehen, die eigentliche "Seele" des Menschen.

Deswegen lesen wir in der Bibel, dass Gott das Herz ansieht, während der Mensch nur das sieht, was vor Augen ist.

Wir sollen mit ganzem Herzen bei einer Sache sein. Aus ganzem Herzen lieben. Jesus, den Vater und den Geist Gottes in unseren Herzen wohnen lassen, damit uns Gott ein festes Herz geben und davor bewahren kann, unser Herz zu betrügen.

Wenn der Geist Gottes in unsere Herzen einzieht, dann erkennen wir unsere totale Verkehrtheit und wir merken, dass wir so keinesfalls vor Gott bestehen können, sondern abgrundtief von IHM getrennt sind.

Und wenn der Geist Gottes dann in uns wohnt und unser Herz verändert und wir Wurzeln in der Ewigkeit schlagen und dadurch zu völlig neuen Wertmaßstäben kommen, dann schmerzt es uns, wenn einer "dümmer ist als wir" und dann versuchen wir ihm zu helfen und wenn der gute Freund das große Los gezogen hat, berührt uns nicht mehr sonderlich, weil das im Bezug auf die Ewigkeit und das, auf was es wirklich ankommt, völlig unerheblich ist.

Es ist gut, Gott jeden Tag neuerlich um die Fülle Seines Geistes und um Wachsen und Reifen im Glauben und um ein reines Herz zu bitten.

Jörgen Bauer für das Evangeliumsnetz